Montag, 13. Oktober 2008

Gemeinsames Publikationsprojekt von "Bild" und "Hürriyet"

Die beiden großen Boulevardblätter Bild und Hürriyet stellen morgen auf der Frankfurter Buchmesse ihr gemeinsames Oeuvre „Süper Freunde – Was Türken und Deutsche sich wirklich zu sagen haben“ vor.

Nach Angaben des Axel Springer Verlages wollen "BILD"-Chefredakteur Kai Dieckmann, die Wuchtbrumme des deutschen Boulevards, und sein "enger Freund" Ertuğrul Özkök, der Chefredakteur der nicht minder intellektuellen Zeitung "Hürriyet", am morgigen Dienstag das im Piper Verlag aufgelegte Buch „Süper Freunde – Was Türken und Deutsche sich wirklich zu sagen haben“ vorstellen. Das Projekt sei von Anfang an auf eine zweisprachige Ausgabe angelegt - vorerst ist jedoch nur eine deutsche Ausgabe erhältlich. Die Laudatio wird Cem Özdemir halten.

Wer durch den Titel dieses Buches nicht schon genug genervt ist (als wenn man jedes Buch, dass auch von Türken gelesen werden soll sprachlich verunglimpfen müsste), den wird das Publikationskonzept sicherlich nicht gnädiger stimmen. Ein "Best-Practice" folgt hier dem nächsten, garniert mit Beiträgen von Angela Merkel und dem ehemaligen türkischen Staatspräsidenten Süleyman Demirel, die vom deutsch-türkischen Zusammenleben ungefähr so viel Ahnung haben wie ich von rechtsdrehenden Joghurtkulturen.

Der "gewöhnliche" Deutsche, der sich schon immer dafür interessiert hat, was sein verschwiegener türkischer Nachbar aus dem oberen Stockwerk wirklich zu sagen hat, darf über dieses Buch getrost hinwegsehen. Er sollte einfach hinaufgehen und fragen, ob man nicht zusammen eine Tasse Tee trinken will.

2 Kommentare:

Hartmut hat gesagt…

:-))))

Lieber Emre, ein sehr treffender Kommentar zu diesem aberwitzigen Versuch einen Austausch zu initalisieren, bzw. zu simulieren, der eh´ nur auf der zwischenmenschlichen Ebene möglich sein kann...

Habe gut gelacht!!!

Bitte mehr davon...

Can hat gesagt…

OH MEIN GOTT!!!

Dies könnte der Anwärter für das hohlste Buch des Jahres sein. Eine an sich nett gemeinte Idee, bei deren Durchsetzung einem schon jetzt die mutliplen kulturellen Identitäten schlottern. Kostprobe gefällig? Ab sofort als Auszugsreihe in der BLÖD-Zeitung...

Da ich schon immer wissen wollte, was Lady Bitch Ray und Christoph Daum uns Türken und Deutschen über Fotzensekrete und Kokain erzählen wollen, werde ich morgen nach Frankfurt reisen, Dieckmann das erste Exemplar unter seinen Bonzenfingern wegreißen und ab sofort der beste Freund meines Hausmeisters Hans Piefke werden.

Die multikulturellen Kompetenzen von Merkel und Demirel kann man übrigens treffender nicht auf den Punkt bringen - es sei denn, Emre hat wirklich Ahnung von rechtsdrehenden Joghurtkulturen :-)