Der Prozess gegen den Mörder der italienischen Künstlerin Pippa Bacca hat heute in Kocaeli begonnen - und wurde nach einer halben Stunde auf den 4. November vertagt.
Der erste Prozesstag endete für die anwesende Mutter der getöteten Künstlerin, Elena Manzoni, mit einer herben Enttäuscheung. Da der Tatverdächtige Murat Karataş, der die Tat im Verhör zugegeben hat, keinen Anwalt hat und auch kein vereidigter Übersetzer zugegen war, entschied das Gericht, die Verhandlung auf den 4. November zu vertagen.
Der türkische Anwalt, der die Familie Pippa Baccas vertritt, Mehmet Eke, sprach von einem groben Versäumnis der Justiz. Karataş hätte ein Anwalt von der Anwaltskammer gestellt werden müssen und ein Verteidiger zum Verfahren bestellt werden müssen, so der Jurist. Schließlich sei klar gewesen, dass die Familie der Italienerin als Nebenkläger an dem Verfahren teilnehmen werde.
mehr...
Mittwoch, 8. Oktober 2008
Explosion vor Parteigebäude der AKP
Vor dem Sitz des Bezirksverbands der AKP im Istanbuler Stadtteil Beyoğlu ist es heute um 8 Uhr türkischer Zeit zu einer Explosion gekommen.
Kurz nach der Explosion sicherte ein starkes Polizeiaufgebot die Stelle. Wie Sprengstoffexperten mitteilten, sei die Detonation wahrscheinlich auf einen Sprengstoff der harmloseren Art zurück zu führen, da es am Ort des Geschehens zu keinen nennenswerten Schäden gekommen sei. mehr...
Kurz nach der Explosion sicherte ein starkes Polizeiaufgebot die Stelle. Wie Sprengstoffexperten mitteilten, sei die Detonation wahrscheinlich auf einen Sprengstoff der harmloseren Art zurück zu führen, da es am Ort des Geschehens zu keinen nennenswerten Schäden gekommen sei. mehr...
Vermisste Soldaten tot aufgefunden
Wie der türkische Generalstab mitteilte, wurden die Leichen der beiden vermissten Soldaten entdeckt.
Nach dem Angriff der PKK wurden die beiden Soldaten als vermisst gemeldet. Wie der türkische Generalstab auf seiner Homepage mitteilte, wurden die Leichen von Nurullah Oymak und M.Bahattin Erturhan gefunden. Über den Fundort ist nichts bekannt. mehr...
Nach dem Angriff der PKK wurden die beiden Soldaten als vermisst gemeldet. Wie der türkische Generalstab auf seiner Homepage mitteilte, wurden die Leichen von Nurullah Oymak und M.Bahattin Erturhan gefunden. Über den Fundort ist nichts bekannt. mehr...
Güler Sabancı auf Platz 9 der mächtigsten Frauen der Welt
Das Wirtschaftsmagazin Fortune hat eine Liste der 50 mächtigsten Frauen in der globalen Wirtschaft zusammen gestellt. Auf Platz 9: Güler Sabancı, die Vorstandsvorsitzende der Sabancı-Holding.
Die 53-jährige Sabancı, die dem Unternehmen seit fünf Jahren vorsteht, ist zum wiederholten Male in der Liste der mächtigsten Frauen der Welt aufgeführt. Die diesjährige Platzierung ist ihr bisher bestes Ergebnis. In den Jahren 2006 und 2007 kam Sabancı auf Platz 65. mehr...
Die 53-jährige Sabancı, die dem Unternehmen seit fünf Jahren vorsteht, ist zum wiederholten Male in der Liste der mächtigsten Frauen der Welt aufgeführt. Die diesjährige Platzierung ist ihr bisher bestes Ergebnis. In den Jahren 2006 und 2007 kam Sabancı auf Platz 65. mehr...
Labels:
Aktuell,
Wirtschaft
Was will das türkische Militär?
Nach dem jüngsten Terroranschlag der PKK auf die Grenzstation in Aktütün an der türkisch-irakischen Grenze fordert das Militär vehement eine Erweiterung seiner Kompetenzen. Beobachter sprechen schon davon, dass mit den fünf vom Militär geforderten Veränderungen die Verhältnisse der 1990er Jahre wiederhergestellt werden, als im Südosten des Landes das Notstandsrecht galt.
Der türkischen Regierung bereitete das Gesuch der Soldaten schon allein deswegen erhebliche Bauchschmerzen, da die Anfrage just zu dem Zeitpunkt kommt, an dem die Europäische Union dem aktuellen Fortschrittsbericht für die Türkei seine letzte Form gibt. Führende Politiker beeilen sich, Entwarnung in Richtung Brüssel zu geben. Wie der Vorsitzende des Antiterrorrates, Regierungssprecher Cemil Çiçek, mitteilte, würden die Beratungen mit der Armee “ergebnisoffen” geführt.
Justizminister Mehmet Ali Şahin hingegen verkündete, dass man sich in zwei der fünf beanspruchten Punkte mit dem Militär geeinigt habe. Der türkische Generalstab hatte die Veränderung, bzw. Abschaffung folgender Regelungen angeregt:
Nach Paragraf 119 der türkischen Strafprozessordnung sind Durchsuchungen von nicht-öffentlichen nur nach vorherigem richterlichem Beschluss möglich. Bei Gefahr im Verzug muss die Hausdurchsuchung von einem Staatsanwalt angeordnet werden.
Nach einer Revision des Polizeirechts darf die Polizei bei Fahrzeugdurchsuchungen nicht verlangen, Einsicht in Bereiche des Fahrzeugs zu erlangen, die nicht von außen einsehbar sind.
Nach bestehendem Recht üben die beim Kampf gegen den Terrorismus im Inland eingesetzten militärischen Kräfte, außer der Gendarmerie, keine polizeilichen Befugnisse aus.
Die Gendarmerie soll nach dem Willen der militärischen Führung auch im Zuständigkeitsbereich der regulären Polizei tätig werden dürfen.
Der Einsatz von GPS-Störsendern, kurz “Jammern”, soll entgegen der bisherigen Praxis weiträumig möglich sein, um die Gefahr per Handy ferngezündeter Bomben einzudämmen.
Justizminister Şahin machte keine Angaben darüber, in welchen Punkten man sich mit dem Militär verständigt habe. Er wies jedoch darauf hin, dass die Türkei nicht vor der Wahl zwischen Sicherheit und Freiheit stehe. Beide Elemente rechtsstaatlicher Ordnung seien auch im Falle einer Revision der oben aufgeführten Punkte in Einklang zu bringen.
Unterdessen weist der Präsident des türkischen Menschenrechtsvereins, Hüsnü Öndül, darauf hin, dass die Türkei mit der angestrebten Erweiterung der Befugnisse in die “dunklen Jahre” der Terrorbekämpfung der 1990er Jahre zurück fallen werde. In Anspielung auf ein Zitat des ehemaligen Staatspräsidenten Süleyman Demirel, der gesagt hatte, dass man die “Hände des Militärs nicht abkühlen lassen” dürfe, sagte Öndül, dass genau dies erforderlich wäre. Die angestrebten Veränderungen würden unter dem Vorwand des Kampfes gegen den Terrorismus angestrebt, doch würden sie das Leben jedes Bürgers beeinträchtigen. Öndül verwies unter anderem auf die Lage in den USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001, wo dies ebenfalls spürbar geworden sei. mehr...
Der türkischen Regierung bereitete das Gesuch der Soldaten schon allein deswegen erhebliche Bauchschmerzen, da die Anfrage just zu dem Zeitpunkt kommt, an dem die Europäische Union dem aktuellen Fortschrittsbericht für die Türkei seine letzte Form gibt. Führende Politiker beeilen sich, Entwarnung in Richtung Brüssel zu geben. Wie der Vorsitzende des Antiterrorrates, Regierungssprecher Cemil Çiçek, mitteilte, würden die Beratungen mit der Armee “ergebnisoffen” geführt.
Justizminister Mehmet Ali Şahin hingegen verkündete, dass man sich in zwei der fünf beanspruchten Punkte mit dem Militär geeinigt habe. Der türkische Generalstab hatte die Veränderung, bzw. Abschaffung folgender Regelungen angeregt:
Nach Paragraf 119 der türkischen Strafprozessordnung sind Durchsuchungen von nicht-öffentlichen nur nach vorherigem richterlichem Beschluss möglich. Bei Gefahr im Verzug muss die Hausdurchsuchung von einem Staatsanwalt angeordnet werden.
Nach einer Revision des Polizeirechts darf die Polizei bei Fahrzeugdurchsuchungen nicht verlangen, Einsicht in Bereiche des Fahrzeugs zu erlangen, die nicht von außen einsehbar sind.
Nach bestehendem Recht üben die beim Kampf gegen den Terrorismus im Inland eingesetzten militärischen Kräfte, außer der Gendarmerie, keine polizeilichen Befugnisse aus.
Die Gendarmerie soll nach dem Willen der militärischen Führung auch im Zuständigkeitsbereich der regulären Polizei tätig werden dürfen.
Der Einsatz von GPS-Störsendern, kurz “Jammern”, soll entgegen der bisherigen Praxis weiträumig möglich sein, um die Gefahr per Handy ferngezündeter Bomben einzudämmen.
Justizminister Şahin machte keine Angaben darüber, in welchen Punkten man sich mit dem Militär verständigt habe. Er wies jedoch darauf hin, dass die Türkei nicht vor der Wahl zwischen Sicherheit und Freiheit stehe. Beide Elemente rechtsstaatlicher Ordnung seien auch im Falle einer Revision der oben aufgeführten Punkte in Einklang zu bringen.
Unterdessen weist der Präsident des türkischen Menschenrechtsvereins, Hüsnü Öndül, darauf hin, dass die Türkei mit der angestrebten Erweiterung der Befugnisse in die “dunklen Jahre” der Terrorbekämpfung der 1990er Jahre zurück fallen werde. In Anspielung auf ein Zitat des ehemaligen Staatspräsidenten Süleyman Demirel, der gesagt hatte, dass man die “Hände des Militärs nicht abkühlen lassen” dürfe, sagte Öndül, dass genau dies erforderlich wäre. Die angestrebten Veränderungen würden unter dem Vorwand des Kampfes gegen den Terrorismus angestrebt, doch würden sie das Leben jedes Bürgers beeinträchtigen. Öndül verwies unter anderem auf die Lage in den USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001, wo dies ebenfalls spürbar geworden sei. mehr...
Dienstag, 7. Oktober 2008
Made in Turkey
Die Ernst Barlach-Gesellschaft, das Goethe-Institut sowie das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main haben den Auftritt der Türkei als Gastland auf der Frankfurter Buchmesse zum Anlass genommen, um in einer groß angelegten Schau in Frankfurt Positionen türkischer Künstler von 1978 bis heute vorzustellen.
Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung, die noch bis zum 15. November 2008 besucht werden kann, wurde von Frank-Walter Steinmeier sowie seinem türkischen Amtskollegen Ali Babacan übernommen. Das Zentrum der Ausstellung ist die Frankfurter Paulskirche.
Weitere Ausstellungsorte sind:
Expo Zeil
Deutsches Filmmuseum
AusstellungsHalle
Frankfurter Kunstblock
Weißfrauen Diakoniekirche
Atelierfrankfurt
Archäologisches Museum
Römer 9
Die Homepage der Veranstalter findet sich hier.
mehr...
Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung, die noch bis zum 15. November 2008 besucht werden kann, wurde von Frank-Walter Steinmeier sowie seinem türkischen Amtskollegen Ali Babacan übernommen. Das Zentrum der Ausstellung ist die Frankfurter Paulskirche.
Weitere Ausstellungsorte sind:
Expo Zeil
Deutsches Filmmuseum
AusstellungsHalle
Frankfurter Kunstblock
Weißfrauen Diakoniekirche
Atelierfrankfurt
Archäologisches Museum
Römer 9
Die Homepage der Veranstalter findet sich hier.
mehr...
Labels:
Aktuell,
Kultur / Kunst
14. Filmfestival Türkei / Deutschland
In Nürnberg findet vom 26. Februar bis zum 08. März 2009 das "14. Filmfestival Türkei / Deutschland" statt.
Das vom Verein "InterForum" in Kooperation mit dem Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg veranstaltete Festival ruft auf seiner Homepage Filmschaffende dazu auf, bis zum 01. November 2008 einschlägige Werke einzureichen. Auszeichnungen sind in folgenden Sparten vorgesehen:
"Wettbewerb der Spielfilme"
Bester Film (5.000 EUR)
Beste Darstellerin
Bester Darsteller
Publikumspreis
Preis der Nachwuchsjury
"Wettbewerb der Kurzfilme"
Bester Kurzfilm (1.000 EUR)
"Wettbewerb der Dokumentarfilme"
Bester Dokumentarfilm (1.000 EUR)
"Öngören Preis"
Für Demokratie und Menschenrechte (1.000 EUR)
mehr...
Das vom Verein "InterForum" in Kooperation mit dem Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg veranstaltete Festival ruft auf seiner Homepage Filmschaffende dazu auf, bis zum 01. November 2008 einschlägige Werke einzureichen. Auszeichnungen sind in folgenden Sparten vorgesehen:
"Wettbewerb der Spielfilme"
Bester Film (5.000 EUR)
Beste Darstellerin
Bester Darsteller
Publikumspreis
Preis der Nachwuchsjury
"Wettbewerb der Kurzfilme"
Bester Kurzfilm (1.000 EUR)
"Wettbewerb der Dokumentarfilme"
Bester Dokumentarfilm (1.000 EUR)
"Öngören Preis"
Für Demokratie und Menschenrechte (1.000 EUR)
mehr...
Labels:
Aktuell,
Kultur / Kunst
Ausstellung in Stuttgart: "Lebenswelten in der Türkei"
Im Stuttgarter Rathaus ist vom 9. bis zum 16. Oktober 2008 die Ausstellung "Lebenswelten in der Türkei" zu sehen, die anhand türkischer Autoren der Moderne Einblicke in die Vielfalt türkischen Lebens gibt. Erklärtes Ziel der Ausstellung ist eine Auseinandersetzung der deutschen Ausstellungsbesucher mit ihrem Bild vom Leben in einem Land, dass vielen nur über Klischees und Stereotypen bekannt ist.
Die Ausstellung greift hierzu auf die in der Reihe "Türkische Bibliothek" veröffentlichten Werke zurück. Die "Türkische Bibiothek" wird mit den Mitteln der Robert-Bosch-Stiftung gefördert und beabsichtigt, deutschsprachigen Lesern in 20 Bänden einen Einblick in die türkische Literatur zu ermöglichen.
Im Stuttgarter Rathaus sollen die Besucher der Ausstellung "Lebenswelten in der Türkei" anhand von eigens für die Veranstaltung aufbereiteten Titeln sowie 13 Schautafeln die Möglichkeit bekommen, die angestammten Sehweisen auf die Türkei aufzubrechen und falls möglich, gar zu revidieren.
Weitere Infos gibt es hier. mehr...
Die Ausstellung greift hierzu auf die in der Reihe "Türkische Bibliothek" veröffentlichten Werke zurück. Die "Türkische Bibiothek" wird mit den Mitteln der Robert-Bosch-Stiftung gefördert und beabsichtigt, deutschsprachigen Lesern in 20 Bänden einen Einblick in die türkische Literatur zu ermöglichen.
Im Stuttgarter Rathaus sollen die Besucher der Ausstellung "Lebenswelten in der Türkei" anhand von eigens für die Veranstaltung aufbereiteten Titeln sowie 13 Schautafeln die Möglichkeit bekommen, die angestammten Sehweisen auf die Türkei aufzubrechen und falls möglich, gar zu revidieren.
Weitere Infos gibt es hier. mehr...
Labels:
Aktuell,
Gesellschaft,
Kultur / Kunst
Montag, 6. Oktober 2008
Necla Kelek: Die Türkei ist nicht reif für Europa
Die Soziologin Necla Kelek hat der Türkei in einem Beitrag für das Magazin Cicero die Beitrittsfähigkeit zur Europäischen Union abgesprochen.
So schreibt Kelek, dass die Türkei zumal aus politisch-strukturellen Gründen keine Kandidatin für eine Aufnahme in die EU sein könne. Die Türkei könne insbesondere die europäische Tradition der Trennung von Staat und Religion nicht vorweisen. Auch aus wirtschaftlichen Gründen sei ein EU-Beitritt der Türkei nicht empfehlenswert.
Zur Untermauerung ihrer Ansichten bezieht sich Kelek dabei auf die Historiker Hans-Ulrich Wehler und Heinrich August Winkler, deren Ansichten jedoch alles andere als unumstritten sind. Das Argument, wonach die Türkei "[n]ach geografischer Lage, historischer Vergangenheit, Religion, Mentalität [...] kein Teil Europas" sei, ist kein Faktum, sondern eine Meinung. Eine unter vielen.
So schreibt Heinz Kramer in einem Beitrag für die "Stiftung Wissenschaft und Politik", dass “[b]ei einer rein geographischen Betrachtung auch andere Abgrenzen des Raumes Europa plausibel [wären].” Auch die übrigen Argumente sind so klar nicht, denn “[d]as ´Projekt Europa´ ist bisher weder analytisch noch politisch so eindeutig definiert worden, dass die Folgen einer türkischen Mitgliedschaft angemessen beurteilt werden könnten. Auch die Kulturgrenze, die durch den Beitritt angeblich überschritten würde, läßt sich nicht exakt bestimmen, wenn sie nicht als religiöse Abgrenzung gegenüber islamischen Staaten und Gesellschaften definiert wird.”
Wie man sieht liegen sowohl für als auch gegen den EU-Beitritt ernstzunehmende Argumente vor. Sie müssen jedoch politisch bewertet werden, denn sie sprechen nicht per se für Dieses oder Jenes. Dies kann jedoch seriöserweise nur auf der Grundlage einer rationalen Herangehensweise an das Thema geschehen. Es sollte insbesondere im Interesse der Soziologin Necla Kelek sein, die Debatte um die Beitrittsfähigkeit der Türkei zu versachlichen anstatt sie zu ideologisieren. Zumindest fachlich sollte man dies von einer Sozialwissenschaftlerin erwarten dürfen. mehr...
So schreibt Kelek, dass die Türkei zumal aus politisch-strukturellen Gründen keine Kandidatin für eine Aufnahme in die EU sein könne. Die Türkei könne insbesondere die europäische Tradition der Trennung von Staat und Religion nicht vorweisen. Auch aus wirtschaftlichen Gründen sei ein EU-Beitritt der Türkei nicht empfehlenswert.
Zur Untermauerung ihrer Ansichten bezieht sich Kelek dabei auf die Historiker Hans-Ulrich Wehler und Heinrich August Winkler, deren Ansichten jedoch alles andere als unumstritten sind. Das Argument, wonach die Türkei "[n]ach geografischer Lage, historischer Vergangenheit, Religion, Mentalität [...] kein Teil Europas" sei, ist kein Faktum, sondern eine Meinung. Eine unter vielen.
So schreibt Heinz Kramer in einem Beitrag für die "Stiftung Wissenschaft und Politik", dass “[b]ei einer rein geographischen Betrachtung auch andere Abgrenzen des Raumes Europa plausibel [wären].” Auch die übrigen Argumente sind so klar nicht, denn “[d]as ´Projekt Europa´ ist bisher weder analytisch noch politisch so eindeutig definiert worden, dass die Folgen einer türkischen Mitgliedschaft angemessen beurteilt werden könnten. Auch die Kulturgrenze, die durch den Beitritt angeblich überschritten würde, läßt sich nicht exakt bestimmen, wenn sie nicht als religiöse Abgrenzung gegenüber islamischen Staaten und Gesellschaften definiert wird.”
Wie man sieht liegen sowohl für als auch gegen den EU-Beitritt ernstzunehmende Argumente vor. Sie müssen jedoch politisch bewertet werden, denn sie sprechen nicht per se für Dieses oder Jenes. Dies kann jedoch seriöserweise nur auf der Grundlage einer rationalen Herangehensweise an das Thema geschehen. Es sollte insbesondere im Interesse der Soziologin Necla Kelek sein, die Debatte um die Beitrittsfähigkeit der Türkei zu versachlichen anstatt sie zu ideologisieren. Zumindest fachlich sollte man dies von einer Sozialwissenschaftlerin erwarten dürfen. mehr...
Türkei reagiert auf Anschlag
Nach dem blutigen Anschlag der PKK, bei dem am Freitag Abend 15 türkische Soldaten getötet wurden, läuft die türkische Diplomatie auf Hochtouren.
So wurde der US-amerikanische Botschafter Ross Wilson in das türkische Außenministerium einbestellt. Der Staatssekretär im Außenministerium Ertuğrul Apakan forderte die USA in dem Gespräch dazu auf, sich im Kampf gegen die PKK stärker zu involvieren. Auch der irakische Botschafter wurde einbestellt und erhielt eine diplomatische Note, in der der Irak ultimativ dazu aufgefordert wird, seinen Teil der Grenze zu sichern und bei der Identifizierung der Schuldigen mitzuhelfen.
Der Vorschlag des irakischen Präsidenten Dschala Talabani, wonach sich der türkisch-irakisch-amerikanische Koordinierungsrat unverzüglich treffen soll, wird derzeit noch bewertet. Allerdings setzt die Türkei in die Arbeit dieses Gremiums keine großen Hoffnungen mehr.
Unterdessen hat die türkische Luftwaffe wiederholt Einsätze im Nordirak geflogen und Stellungen der PKK bombardiert. mehr...
So wurde der US-amerikanische Botschafter Ross Wilson in das türkische Außenministerium einbestellt. Der Staatssekretär im Außenministerium Ertuğrul Apakan forderte die USA in dem Gespräch dazu auf, sich im Kampf gegen die PKK stärker zu involvieren. Auch der irakische Botschafter wurde einbestellt und erhielt eine diplomatische Note, in der der Irak ultimativ dazu aufgefordert wird, seinen Teil der Grenze zu sichern und bei der Identifizierung der Schuldigen mitzuhelfen.
Der Vorschlag des irakischen Präsidenten Dschala Talabani, wonach sich der türkisch-irakisch-amerikanische Koordinierungsrat unverzüglich treffen soll, wird derzeit noch bewertet. Allerdings setzt die Türkei in die Arbeit dieses Gremiums keine großen Hoffnungen mehr.
Unterdessen hat die türkische Luftwaffe wiederholt Einsätze im Nordirak geflogen und Stellungen der PKK bombardiert. mehr...
Enthüllungen über Waffenhilfen während des Bosnien-Krieges
Der Journalist Ahmet Abakay behauptet in seinem Buch “Das Notizbuch des Ministerberaters” ("Bakan Danışmanı’nın Not Defteri"), dass in einem Flugzeug, dass während des Bosnien-Krieges eine türkische Ministerin zu einer Konferenz nach Sarajewo brachte, große Mengen an Waffen für bosnische Muslime transportiert wurden.
Abakay war neben seiner Tätigkeit als Journalist viele Jahre als Berater türkischer Minister tätig. Die Zeitung Taraf berichtet, dass er in seinem Buch pikante Details über versteckte Waffenhilfen für bosnische Muslime erzählt. Zu jener Zeit wurde die Türkei von der ANAP-DYP-Koalition regiert. Die Organisation der islamischen Konferenz hatte ihre Mitgliedsstaaten aufgrund des Bosnien-Konflikts 1996 nach Sarajewo gebeten. Die Türkei wurde von der damaligen Ministerin für Frauen, Imren Aykut, vertreten.
Aykut reiste jedoch nicht in einer Maschine der türkischen Regierung, sondern in einem Cargo-Flugzeug, dass nicht gekennzeichnet war und keinen Rückschluss über seine Herkunft erlaubte. Nach Angaben Abakays war der gesamte Innenraum des Flugzeugs mit Waffen beladen, so dass nicht einmal Platz für reguläre Sitze zur Verfügung gestanden habe. Die türkische Delegation habe in den Netzen, die an den Flugzeugwänden befestigt waren, Platz nehmen müssen. Die Herkunft der Waffen wurde nicht erwähnt. mehr...
Abakay war neben seiner Tätigkeit als Journalist viele Jahre als Berater türkischer Minister tätig. Die Zeitung Taraf berichtet, dass er in seinem Buch pikante Details über versteckte Waffenhilfen für bosnische Muslime erzählt. Zu jener Zeit wurde die Türkei von der ANAP-DYP-Koalition regiert. Die Organisation der islamischen Konferenz hatte ihre Mitgliedsstaaten aufgrund des Bosnien-Konflikts 1996 nach Sarajewo gebeten. Die Türkei wurde von der damaligen Ministerin für Frauen, Imren Aykut, vertreten.
Aykut reiste jedoch nicht in einer Maschine der türkischen Regierung, sondern in einem Cargo-Flugzeug, dass nicht gekennzeichnet war und keinen Rückschluss über seine Herkunft erlaubte. Nach Angaben Abakays war der gesamte Innenraum des Flugzeugs mit Waffen beladen, so dass nicht einmal Platz für reguläre Sitze zur Verfügung gestanden habe. Die türkische Delegation habe in den Netzen, die an den Flugzeugwänden befestigt waren, Platz nehmen müssen. Die Herkunft der Waffen wurde nicht erwähnt. mehr...
Blutiges Zuckerfest, die Zweite: 146 Verkehrstote während der Feiertage
Nach Angaben des Senders NTV sind während der neuntägigen Feiertage zum Ende des Ramadan 146 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen.
Der Leiter der Verkehrspolizei, Celal Uzunkaya, sagte, dass der Großteil der Unfälle auf überhöhte Geschwindigkeit, ein unachtsame und unverantwortliche Fahrweise sowie Ignoranz gegenüber den Wetterbedingungen zurück zu führen sei. Neben den 146 Toten sind 649 Verletzte zu beklagen.
Am letzten Feiertag passierten die meisten Unfälle. So starben am 5. Oktober bis 18 Uhr bei 18 Unfällen 31 Personen, 59 Menschen wurden verletzt. mehr...
Der Leiter der Verkehrspolizei, Celal Uzunkaya, sagte, dass der Großteil der Unfälle auf überhöhte Geschwindigkeit, ein unachtsame und unverantwortliche Fahrweise sowie Ignoranz gegenüber den Wetterbedingungen zurück zu führen sei. Neben den 146 Toten sind 649 Verletzte zu beklagen.
Am letzten Feiertag passierten die meisten Unfälle. So starben am 5. Oktober bis 18 Uhr bei 18 Unfällen 31 Personen, 59 Menschen wurden verletzt. mehr...
Labels:
Aktuell,
Gesellschaft
Diyanet: Erzieht eure Kinder zur Freiheit
Der stellvertretende Präsident des türkischen Amts für religiöse Angelegenheiten "Diyanet" hat sich in der letzten Ausgabe der offiziellen Publikation der Behörde dafür ausgesprochen, in der religiösen Erziehung einen neuen, offeneren Ansatz zu verfolgen.
So schreibt Prof. Dr. M. Şevki Aydın, dass anstelle eines repressiven, nur an der Form und nicht am Inhalt orientierten Verständnisses von Religion eine tolerantes, auf der Wahl des Individuums basierendes Modell von Religion zur Grundlage religiöser Erziehung gemacht werden solle.
Die Erziehungsberechtigten sollten endlich damit aufhören, ihre eigene Vorstellung von Religiosität zum Maßstab der Erziehung ihrer Kinder zu machen. Dies könne nur nachteilige Effekte aufweisen. Kinder, die auf diese Art und Weise erzogen worden seien, wären “blind und sklavisch”, wohingegen es wichtig sei, dass religiöse Menschen aus Überzeugung glaubten. mehr...
So schreibt Prof. Dr. M. Şevki Aydın, dass anstelle eines repressiven, nur an der Form und nicht am Inhalt orientierten Verständnisses von Religion eine tolerantes, auf der Wahl des Individuums basierendes Modell von Religion zur Grundlage religiöser Erziehung gemacht werden solle.
Die Erziehungsberechtigten sollten endlich damit aufhören, ihre eigene Vorstellung von Religiosität zum Maßstab der Erziehung ihrer Kinder zu machen. Dies könne nur nachteilige Effekte aufweisen. Kinder, die auf diese Art und Weise erzogen worden seien, wären “blind und sklavisch”, wohingegen es wichtig sei, dass religiöse Menschen aus Überzeugung glaubten. mehr...
Labels:
Aktuell,
Gesellschaft
Samstag, 4. Oktober 2008
Die Türkei führt ein neue Währung ein
Die Türkei führt nach der Währungsreform vom 1. Januar 2005, bei der 6 Nullen der türkischen Währung "Lira" gestrichen wurden, neue Banknoten ein. Auch der Name der Währung ändert sich. Die "Neue Türkische Lira" YTL heißt ab dem 1. Januar 2009 nur noch "Türkische Lira", kurz TL.
Der Präsident der türkischen Notenbank, Durmuş Yılmaz, stellte die neuen Geldscheine im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vor. Die Türkische Lira wird in den Einheiten 200, 100, 50, 20, 10 und 5 ausgegeben.

Auf der Rückseite des 5 Lira-Scheins befindet sich ein Abbild von Prof. Dr. Aydın Sayılı (1913-1993), der als weltweit erster Inhaber eines Doktortitels im Bereich "Wissenschaftsgeschichte" gilt.

Auf der Rückseite der 10-Lira-Note ist Prof. Dr. Cahit Arf (1910-1997) abgebildet, der einer der herausragendsten Mathematiker der Türkei war, und nach dem die "Arf-Konstante" benannt ist.

Auf der Rückseite des 20-Lira-Scheins befindet sich ein Bild des Architekten Mimar Kemaleddin (1870-1927), der als Wegbereiter der türkischen Architektur gilt.

Auf der Rückseite des 50-Lira-Scheins ist Fatma Aliye (1862-1936) abgebildet, die nicht nur als ein der ersten Frauen in der türkischen Literatur gilt, sondern die ebenfalls die erste türkische Philosophin war.

Auf der Rückseite der 100-Lira Note ist Buhurizade Mustafa Efendi (1640-1712) zu sehen, der als Gründer der klassischen türkischen Musik gilt.

Auf der Rückseite der 200-Lira-Note ist ein Abbild des Mystikers Yunus Emre (1238-1320) zu sehen, der mit seinen Werken die türkische Volksdichtung ins Leben rief. mehr...
Der Präsident der türkischen Notenbank, Durmuş Yılmaz, stellte die neuen Geldscheine im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vor. Die Türkische Lira wird in den Einheiten 200, 100, 50, 20, 10 und 5 ausgegeben.

Auf der Rückseite des 5 Lira-Scheins befindet sich ein Abbild von Prof. Dr. Aydın Sayılı (1913-1993), der als weltweit erster Inhaber eines Doktortitels im Bereich "Wissenschaftsgeschichte" gilt.

Auf der Rückseite der 10-Lira-Note ist Prof. Dr. Cahit Arf (1910-1997) abgebildet, der einer der herausragendsten Mathematiker der Türkei war, und nach dem die "Arf-Konstante" benannt ist.

Auf der Rückseite des 20-Lira-Scheins befindet sich ein Bild des Architekten Mimar Kemaleddin (1870-1927), der als Wegbereiter der türkischen Architektur gilt.

Auf der Rückseite des 50-Lira-Scheins ist Fatma Aliye (1862-1936) abgebildet, die nicht nur als ein der ersten Frauen in der türkischen Literatur gilt, sondern die ebenfalls die erste türkische Philosophin war.

Auf der Rückseite der 100-Lira Note ist Buhurizade Mustafa Efendi (1640-1712) zu sehen, der als Gründer der klassischen türkischen Musik gilt.

Auf der Rückseite der 200-Lira-Note ist ein Abbild des Mystikers Yunus Emre (1238-1320) zu sehen, der mit seinen Werken die türkische Volksdichtung ins Leben rief. mehr...
Labels:
Aktuell,
Politik,
Wirtschaft
Türkei sitzt im "Board of Gouvernors" der IAEA
Die Türkei ist Mitglied des "Board of Gouvernors" der Internationalen Atomenergieagentur IAEA.
In dem aus 35 Staaten bestehenden Führungsgremium der UN-Organistaion mit Sitz in Wien werden zum Ablauf des Jahres 2008 11 Plätze vakant. Die Türkei, die seit 1957 Mitglied der Organisation ist, hat ihren Sitz im IAEA-Vorstand für die nächsten zwei Jahre ergattern können.
Der türkische Verhandlunsgführer, Botschafter Ahmet Ertay, sagte, dass die Wahl der Türkei in das "Board of Gouvernors" insbesondere im Hinblick auf die nukleartechnischen Ambitionen der Türkei von größter Wichtigkeit seien. mehr...
In dem aus 35 Staaten bestehenden Führungsgremium der UN-Organistaion mit Sitz in Wien werden zum Ablauf des Jahres 2008 11 Plätze vakant. Die Türkei, die seit 1957 Mitglied der Organisation ist, hat ihren Sitz im IAEA-Vorstand für die nächsten zwei Jahre ergattern können.
Der türkische Verhandlunsgführer, Botschafter Ahmet Ertay, sagte, dass die Wahl der Türkei in das "Board of Gouvernors" insbesondere im Hinblick auf die nukleartechnischen Ambitionen der Türkei von größter Wichtigkeit seien. mehr...
Blutiges Zuckerfest: 15 Tote bei PKK-Anschlag
Bei einem Angriff der PKK auf Stellungen der türkischen Armee an der Grenze zum Irak sind 15 Soldaten getötet worden, mehrere Sodlaten sind verletzt worden. Von 2 Soldaten fehlt jede Spur.
Der Anschlag ereignete sich gestern Abend. Die Grenzstation Aktütün wurde massiv angegriffen, auch unter Einsatz von schwerem Geschütz, wie der türksiche Generalstab heute mitteilte. 23 Terroristen wurden bei den anschließenden Gefechten getötet. Wie der Kommandant der Pressestelle des Generalstabs, General Metin Gürak, mitteilte, wurden unterdessen mehrere Spezialeinheiten in die Region entsandt.
Die türkische Politik reagierte geschockt auf die Nachricht, die die trügerische Ruhe des Zuckerfestes jäh zerriss. Der in Turkmenistan weilende Ministerpräsident Erdogan sagte seinen für Anfang nächster Woche geplanten Staatsbesuch in der Mongolei ab.
Der CHP-Vorsitzende Deniz Baykal forderte derweil, die Strategie der Türkei im Kampf gegen den Terrorismus zu überdenken und warf der Regierung Versagen auf diesem Feld vor. Ein Staat, der Terrorismus nicht als Terrorismus bezeichne, könne keinen glaubhaften Kampf gegen diesen führen. mehr...
Der Anschlag ereignete sich gestern Abend. Die Grenzstation Aktütün wurde massiv angegriffen, auch unter Einsatz von schwerem Geschütz, wie der türksiche Generalstab heute mitteilte. 23 Terroristen wurden bei den anschließenden Gefechten getötet. Wie der Kommandant der Pressestelle des Generalstabs, General Metin Gürak, mitteilte, wurden unterdessen mehrere Spezialeinheiten in die Region entsandt.
Die türkische Politik reagierte geschockt auf die Nachricht, die die trügerische Ruhe des Zuckerfestes jäh zerriss. Der in Turkmenistan weilende Ministerpräsident Erdogan sagte seinen für Anfang nächster Woche geplanten Staatsbesuch in der Mongolei ab.
Der CHP-Vorsitzende Deniz Baykal forderte derweil, die Strategie der Türkei im Kampf gegen den Terrorismus zu überdenken und warf der Regierung Versagen auf diesem Feld vor. Ein Staat, der Terrorismus nicht als Terrorismus bezeichne, könne keinen glaubhaften Kampf gegen diesen führen. mehr...
Donnerstag, 2. Oktober 2008
Türkische Justiz deckt Volksverhetzung
Die Staatsanwaltschaft Bolu hat einen Zeitungsartikel, in dem dazu aufgerufen wurde, für jeden getöteten türkischen Sodlaten ein Mitglied der DTP zu töten, als "Meinungsfreiheit" bewertet. Das Strafgericht in Düzce hat diese Entscheidung nun bestätigt.
Am 7. Oktober 2008 fielen 13 Soldaten, die bei der Kommando-Einheit in Bolu stationiert waren, einem Angriff der PKK zum Opfer. Der Autor I.E. der Zeitung "Bolu Express" griff darauf hin zur Feder und verfasste einen Artikel, in dem er seine ganz persönliche Lösung für das Terrorprroblem der Türkei präsentierte.
Seine Ausführungen kulminierten in folgendem Zitat: "Die große Mehrheit der Gesellschaft ist der Auffassung, das ab sofort für jeden getöteten Soldaten einen von denen das selbe Schicksal ereilt." Mit anderen Worten: Für jeden im Kampf gegen die PKK getöteten Soldaten solle ein Mitglied der DTP umgebracht werden. Was diesen Worten folgte, war eine Auflistung der Namen aller DTP-Parlamentsabgeordneter, aller DTP-Führungskräfte sowie aller DTP-Bürgermeister.
Der DTP-Abgeordnete Selahattin Demirtaş aus Diyarbakır schaltete darauf hin seinen Anwalt ein, der bei der Staatsanwaltschaft in Bolu Anzeige wegen Volksverhetzung erstattete. Die Staatsanwaltschaft kam nach einer Prüfung des Vorfalls zu dem Ergebnis, dass die üble Hetzschrift vom Recht auf freie Meinungsfreiheit gedeckt sei und stellte die Ermittlungen ein. Der Anwalt des Abgeordneten ersuchte vor dem Strafgericht in Düzce um die Wiederaufnahme der Ermittlungen.
Das Gericht entschied jedoch, dass das Einstellen des Ermittlungsverfahrens seitens der Staatsanwaltschaft Bolu rechtens gewesen sei. Sollte das Justizministerium in diesem Fall nicht intervenieren, wovon ausgegangen werden kann, wird der Fall von Demirtaş vor den Europäischen Menschengerichtshof gebracht werden. Bis dahin wird jeder der in der Türkei dazu aufruft Menschen zu töten, weil andere Menschen sinnlos gestorben sind, straffrei ausgehen können. mehr...
Am 7. Oktober 2008 fielen 13 Soldaten, die bei der Kommando-Einheit in Bolu stationiert waren, einem Angriff der PKK zum Opfer. Der Autor I.E. der Zeitung "Bolu Express" griff darauf hin zur Feder und verfasste einen Artikel, in dem er seine ganz persönliche Lösung für das Terrorprroblem der Türkei präsentierte.
Seine Ausführungen kulminierten in folgendem Zitat: "Die große Mehrheit der Gesellschaft ist der Auffassung, das ab sofort für jeden getöteten Soldaten einen von denen das selbe Schicksal ereilt." Mit anderen Worten: Für jeden im Kampf gegen die PKK getöteten Soldaten solle ein Mitglied der DTP umgebracht werden. Was diesen Worten folgte, war eine Auflistung der Namen aller DTP-Parlamentsabgeordneter, aller DTP-Führungskräfte sowie aller DTP-Bürgermeister.
Der DTP-Abgeordnete Selahattin Demirtaş aus Diyarbakır schaltete darauf hin seinen Anwalt ein, der bei der Staatsanwaltschaft in Bolu Anzeige wegen Volksverhetzung erstattete. Die Staatsanwaltschaft kam nach einer Prüfung des Vorfalls zu dem Ergebnis, dass die üble Hetzschrift vom Recht auf freie Meinungsfreiheit gedeckt sei und stellte die Ermittlungen ein. Der Anwalt des Abgeordneten ersuchte vor dem Strafgericht in Düzce um die Wiederaufnahme der Ermittlungen.
Das Gericht entschied jedoch, dass das Einstellen des Ermittlungsverfahrens seitens der Staatsanwaltschaft Bolu rechtens gewesen sei. Sollte das Justizministerium in diesem Fall nicht intervenieren, wovon ausgegangen werden kann, wird der Fall von Demirtaş vor den Europäischen Menschengerichtshof gebracht werden. Bis dahin wird jeder der in der Türkei dazu aufruft Menschen zu töten, weil andere Menschen sinnlos gestorben sind, straffrei ausgehen können. mehr...
Labels:
Aktuell,
Gesellschaft,
Politik
Abonnieren
Posts (Atom)