Freitag, 16. Januar 2009

Staatlich verordnete Schweigeminute bringt jüdische Schulen in die Klemme

Wie der Türkeimonitor berichtete hat das türkische Bildungsministerium aufgrund des Gaza-Kriegs die ihm unterstehenden Schulen angewiesen eine Schweigeminute abzuhalten. Dieser bindende Erlass bringt die Schüler jüdischer Schulen in der Türkei in die Klemme.

Wie die Hürriyet unter Berufung auf die Zeitung Cumhuriyet berichtet, sind die Schulleitungen der jüdischen Schulen fieberhaft damit beschäftigt, die verfahrene Situation zu lösen. Manche Schüler weigerten sich, an der Schweigeminute teilzunehmen. Auch aus normalen Schulen ist bekannt, dass manche türkischen Schüler eine Teilnahme an der Schweigeminute ablehnen.

Eine namentlich nicht genannte Schulleiterin einer jüdischen Schule wird mit den Worten zitiert, dass man dem Bildungsministerium unterstehe und den Erlass umsetzen müsse. Man habe sich jedoch dafür entschieden, die Schweigeminute von einer kleinen Gruppe abhalten zu lassen.

3 Kommentare:

Haluk hat gesagt…

Erst zu "Nieder mit Israel" aufrufen und dann auch noch die eigene jüdische Bevölkerung schizophrenisieren... Man sollte nicht vergessen, dass diese Kinder nichts für das israelische Bombardemenet können, und die sollen sich jetzt selbst verbal geißeln? So ein Blödsinn

Stefan hat gesagt…

Ja so sind sie halt, die AKPler. Wenn man mal wieder neue Waffen von Israel braucht, dann ist die Welt in Ordnung. Wenn aber einem Moslem auch nur ein Haar gekrümmt wird (und sei es, weil dieser selbst Zivilisten mit Raketen beschossen hat), dann wird der gute Freund und Partner zum Schandfleck.

Das ist purer und übelster Populismus. in der Türkei machen ishc in bedrohlichem Ausmaß antisemitische Tendenzen breit, da will man bei den anstehenden Kommunalwahlen anscheinend nichts riskieren.

korky hat gesagt…

wo bitte ist die verbale selbstgeisselung?? wo die schizophrenisierung? es geht um eine schweigeminute für die (zivilen - und es sind fast ausschliesslich zivile) opfer des krieges.
diese opfer könnte man für einen moment als mitmenschen betrachten und für eine minute schweigen, oder? ganz egal auf wessen seite des konflikts man letztlich steht...

an dem populismusvorwurf mag etwas dran sein, aber auf das "gekrümmte haar" auch nur einzugehen verbietet mir mein respekt vor den leidtragenden.