Mittwoch, 17. September 2008

Türkische Sperre für Richard Dawkins´ Internetseite

Die Webseite des Biologen und Autoren Richard Dawkins kann aus der Türkei nicht mehr abgerufen werden.

Der türkische Kreationist Adnan Oktar, der sich selbst von seinen Gefolgsleuten "Adnan Hoca" nennen lässt und unter dem Pseudonym "Harun Yahya" schreibt, hat vor einem Istanbuler Gericht ein zeitweiliges Verbot der Seite www.richarddawkins.net erwirkt. Oktar machte geltend, dass Dawkins ihn und sein Werk, den "Atlas der Kreation", verunglimpft habe.

Oktars Gefolgsleute haben den türkischen Verleger von Dawkins Werken, von denen einige sogar vom Wissenschaftlichen und Technischen Forschungsrat der Türkei (TÜBITAK) übersetzt wurden, mehrfach mit Klagen überzogen, jedoch stets ohne Erfolg.

2 Kommentare:

Sebastian hat gesagt…

"Verunglimpft"? Was ist denn die rechtliche Basis für das Verbot? Mir ist nicht bewusst, dass auch einzelne Türken bzw. sogar Autoren über Kritik an ihren Büchern "verunglimpft" werden können? Was ist mit künstlerischer, wissenschaftlicher oder sonstiger Freiheit?

Andreas hat gesagt…

Natürlich können Türken, sowie Deutsche, Franzosen und Grönländer über Kritik an ihren Büchern verunglimpft werden, nämlich dann, wenn die Kritik nicht mehr sachlich sondern persönlich und unter der Gürtellinie bzw. jenseits guter Sitten ist.

Um zu beurteilen, ob der Oktar über den "Umweg" seines Werkes verunglimpft wurde, müsste man erstmal die entsprechenden Passagen bei Dawkins sehen. Dies darf jedoch getrost bezweifelt werden.

Ein Hoffnungsschimmer ist es jedoch allemal, dass die höchste Forschungs- und Wissenschaftsorganisation des Landes überhaupt Werke von Dawkins übersetzen lässt. Das hätte ich nicht unbedingt angenommen.