Montag, 20. Oktober 2008

Die Türkei sitzt im UN-Sicherheitsrat

Die Türkei hat sich bei der Abstimmung über die neu zu vergebenden Sitze im UN-Sicherheitsrat in der ersten Abstimmungsrunde mit 151 Stimmen die nötige Mehrheit verschafft und sitzt in der Periode 2009-2010 im wichtigsten Gremium der Vereinten Nationen.

Die Türkei wurde aus der Regionalgruppe „Westeuropa“ gemeinsam mit Österreich als Nicht-Ständiges Mitglied für die Periode 2009-2010 in den UN-Sicherheitsrat gewählt. Die Türkei kam schon bei der ersten Abstimmung über die erforderlichen 128 Stimmen hinaus und konnte sich die Gunst von 151 Staaten sichern. Österreich erhielt 132 Stimmen. Das ebenfalls um einen Sitz kandidierenden Island erhielt lediglich 87 Stimmen.

Aus der afrikanischen Gruppe wurden Uganda, aus Lateinamerika und der Karibik Mexiko und aus der asiatischen Gruppe Japan in den Weltsicherheitsrat gewählt. Die Türkei, die ihre Kandidatur am 21. Juli 2003 offiziell bekannt gab, wird den Sitz, den sie schon 1951-952, 1954-1955 und 1961 inne hatte, zum 1. Januar 2009 übernehmen.

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Deutsch-Türkische Wirtschaftsbegegnung in Gaziantep

Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsföderer NRW.Invest befindet sich gemeinsam mit den Wirtschaftsförderungsorganisationen der Städte Essen, Duisburg, Dortmund sowie des Ruhrgebiets zu einem Besuch im türkischen Gaziantep, um sich über Handels- und Investitionsmöglichkeiten in der Region zu erkundigen.

Die Handelskammer der Stadt Gaziantep plant, anlässlich des Besuchs einen „Tag der deutschen Wirtschaft“ zu veranstalten. Hierbei haben die deutschen Gäste die Möglichkeit, über das wirtschaftliche Potential ihrer Region zu informieren. Es ist vorgesehen, dass die Wirtschaftsvertreter anhand ihrer vor Ort gewonnenen Erkenntnisse in NRW qualifizert über die Region Gaziantep Auskunft geben können.

An der Veranstaltung werden ferner die Energieagentur des Landes Nordrhein-Westfalen, die Deutsch-Türkische Industrie- und Handelskammer mit Sitz in Köln sowie die deutsche Botschaft teilnehmen. Interessenten können sich für die am 23. Oktober statt findende Veranstaltung beim türkischen Büro von NRW.Invest akreditieren.

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Haftsrafe für „Leugnung des Völkermords an den Armeniern“

Drei Türken, die auf einer Konferenz in der Schweiz sagten, dass der Völkermord an den Armeniern eine „imperialistische Lüge“ sei, wurden zu Haftstrafen verurteilt.

Die Berner Sektion des „Vereins für Atatürkisches Denken“ (ADD) veranstaltete am 1. Juli 2007 im schweizer Winterthur eine Konferenz, auf der der Europa-Chef der türkischen Arbeiterpartei IP, Ali Mercan, der ehemalige Vorsitzende des ADD Zürich, Hasan Kemali, sowie der Vorsitzende des ADD Bern, Ethem Kayalı, sagten, dass der Vorwurf des türkischen Genozids an den Armeniern eine „imperialistische Lüge“ sei.

Darauf hin wurden die Drei von der schweizer Bundespolizei festgenommen und acht Stunden verhört. Mercan wurde zu 150 Tagen Gefängnis verurteilt, Kemali und Kayalı zu je 120 Tagen. Die Haftsrafen können allerdings in eine Geldstrafe von 4.500 bzw. 3.600 Schweizer Franken umgewandelt werden. Der Anwalt der drei Verurteilten, Tarkan Gögsü, sagte gegenüber der Radikal, dass man in der nächsten Instanz in Berufung gehen werde.

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Die Goldene Orange wurde gestern gegessen

Die Preisträger der 45. "Goldene Orange" von Antalya, dem türkischen Oscar, wurden gestern bekannt gegeben.

Die 45. "Goldene Orange" von Antalya wurde parallel zum "Eurasia Film Festival" veranstaltet. Gestern wurden die Preisträger beider Wettbewerbe in Antalya ausgezeichnet. Hier die Preisträger:

45. „Goldene Orange“ Kategorie Spielfilm

Bester Film: Pazar-Bir Ticaret Masalı - Ben Hopkins
Bester Regisseur: Nokta - Derviş Zaim
Bestes Drehbuch: Pazar-Bir Ticaret Masalı - Ben Hopkins
Bester Schauspieler: Pazar-Bir Ticaret Masalı - Tayanç Ayaydın
Beste Schauspielerin: Vicdan - Nurgül Yeşilçay
Beste Nebenrolle männlich: Volga Sorgu Tekinoğlu - Başka Semtin Çocukları - Gitmek
Beste Nebenrolle weiblich: Pandora'nın Kutusu - Övül Avkıran
Beste Kamera - Kodak-Preis: Vicdan - Zekeriya Kurtuluş
Beste Art Direction: Başka Semtin Çocukları - Türker İşçi
Beste Musik: Nokta - Mazlum Çimen
Bestes Kulisse: Mustafa Precheva
Bestes Sounddesign: Kostasvi Variopiotis
Beste Special Effects: Üç Maymun - Burak Balkan
Bestes Kostüm: Zeynep Sırlıkaya
Beste Maske: Vicdan - Vesey Üsten
Beste Post-Production Fono Film - Gökten Üç Elma Düştü - Vicdan
„Digiturk Behlül Dal“-Preis für das beste Talent: Başka Semtin Çocukları - Aydın Bulut
„Yurtiçi Kargo Dr.Avni Tolunay“-Sonderpreis der Jury: Nokta - Derviş Zaim

45. „Goldene Orange“ Kategorie Kurzfilm

Bester Kurzfilm: Gemeinschaft - Özlem Akın

45. „Goldene Orange“ Kategorie Dokumentation

Beste Dokumentation: Adakale Sözlerim Çoktur - İsmet Arasan
Sonderpreis der Jury: Nefes - Cüneyt Birol
SİYAD-Preis der Jury: Hayat Var - Reha Erdem

45. „Goldene Orange“ Kategorie Ehrenpreise

Cineastischer Erfolg - Hülya Avşar
Ehrenpreis - Yılmaz Atadeniz
„Yıldırım Önal“-Preis - Müşfik Kenter
Ehrenpreis für Beitrag zum Kino - Aydın Mesut Yurteri
„Orden des Festivals“ - Filiz Akın
Preis für Kunst und Kultur: Muhterem Nur, Eşref Kolçak, Yücel Çakmaklı

4. Internationales „Eurasia Film Festival“

Bester Film: Khamsa - Karim Dridi
Bester Regisseur: Still Walking - Hirokazu Kore-eda

4. Internationales „Eurasia Film Festival“ Ehrenpreise der Jury

Critics'Award: Dot - Derviş Zaim
NETPAC Award: Autumn - Özcan Alper
SİYAD Award: Three Monkeys - Nuri Bilge Ceylan
Script Development Award: A Handful Of Fate
Script: Ali Vatansever

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Ergenekon-Prozess beginnt heute

Einer der wichtigsten Geichtsprozesse der türkischen republikanischen Geschichte, der Prozess um das illegale „Ergenekon“-Gebilde, beginnt heute im Hochsicherheitsgefängnis von Silivri bei Istanbul.

Die als „Ergenekon“ bezeichnete Gruppe, der neben Ultranationalisten auch ehemalige ranghohe Militärs, Politiker, Journalisten und Akademiker angehören sollen, wird heute vor Gericht gestellt. 46 der insgesamt 86 Beschuldigten sind inhaftiert. Da der Gerichtssaal mit Angeklagten, deren Anwälten sowie Prozessbeobachtern hoffnungslos überfüllt war hat das Gericht zunächst darüeer beraten, ob nicht zunächst nur die inhaftierten Beschuldigten vernommen werden sollen. Darauf hin protestierten die Anwälte der auf freiem Fuß befindlichen Angeklagten. Das Gericht berät zur Stunde über die weitere Verfahrensweise.

Die Anklage wird durch die Staatsanwälte Mehmet Ali Pekgüzel und Nihat Taşkın vertreten. Sollte das Gericht sich auf eine Prozedur geeinigt haben, werden zunächst die Personalien aller Beschuldigten aufgenommen. Danach wird die gesamte Anklageschrift verlesen. Dies kann nach Angaben von Beobachtern bis zu 40 Sitzungstage in Anspruch nehmen, die die Anlageschrift 2455 Seiten stark ist.

Der Prozess wird von türkischen und internationalen Beobachtern sowie der Presse genauestens beobachtet werden. Der britische Independent hat in einem heute erschienen Artikel geschrieben, dass sich die Anklageschrift wie ein Roman von Dan Brown lese. In der Tat sind in diesem Fall Verschwörungstheorien schnell bei der Hand.

Der Türkei bietet sich eine einmalige Gelegenheit, Klarheit über viele ungelöste Vorfällen der letzten vierzig Jahre zu gewinnen. Gleichwohl liefert sich die regierende AKP dem Verdacht aus, den Fall zum Vorwand zu nehmen, um regierungskritische Personen „unschädlich“ zu machen. Man darf gespannt sein, wie sich dieser einzigartige Lackmustest politischer Selbstreinigung gestaltet.

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Freitag, 17. Oktober 2008

Stiftung unter Vorsitz von Adnan Oktar führt an Gymnasien „Konferenzen“ durch

Die „Stiftung zur Erhaltung nationaler Werte“, deren Ehrenvorsitzender Adnan Oktar ist, hat in Konak bei Izmir an Gymnasien Konferenzen zum Thema „Astro- und Geowissenschaften“ durchgeführt. Vom Gouverneur beauftragte Inspektoren ermitteln nun.

Die Stiftung beantragte die Durchführung der Konferenzen beim zuständigen Landrat und der örtlichen Schulbehörde. Nach Erteilung der Genehmigung wurden in den vergangenen Tagen Konferenzen zum Thema „Astro- und Geowissenschaften“ durchgeführt. Dies führte zu Beschwerden einiger Eltern und Lehrer.

Abdullah Tunalı von der Lehrergewerkschaft Eğitim Sen warf den Veranstaltern vor, die Seminare ohne wissenschaftliche Grundlage durchzuführen. Gelcih zu beginn der veranstaltungen stelle sich die Stiftung vor und verweise auf ihre Internetpräsenz. Von dort würden die Schüler jedoch umgehend auf Seiten weitergeleitet, auf denen Bücher des unter dem Pseudonym „Harun Yahya“ publizierenden Adnan Oktar zu finden seien.

Trotz immer stärker werdenden Widerstands hält das türkische Erziehungsministerium an der Evolutionstheorie als verbindlicher Unterrichtsgrundlage im Fach Biologie fest. Aufgrund der Beschwerden hat das Gouvernat der Region Izmir nun zwei Inspektoren damit beauftragt herauszufinden, wer die Erlaubnis zur Durchführung der Veranstaltungen gab. Gegen die Verantwortlichen sollen Disziplinarverfahren eingeleitet werden.

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TÜSIAD ruft türkische Regierung zu Maßnahmen auf

Der Verband türkischer Unternehmer und Industrieller TÜSIAD hat die türkische Regierung anlässlich der zweiten jährlichen Tagung des höchsten TÜSIAD-Beratungsgremiums YIK dazu aufgerufen, stabilisierende Maßnahmen gegen negative Effekte der weltweiten Finanzkrise zu unternehmen.

So sagte die TÜSIAD-Vorsitzende Arzuhan Doğan Yalçındağ: „In der Türkei ist zwar noch kein Brand in Sicht, aber wir werden von einem immer stärker werdenden Wind bedroht.“
Es sei dies die Zeit, wo staatliche Autoritäten der Wirtschaft und der Öffentlichkeit Vertrauen geben müssten. Es könne nicht sein, dass die Regierung Diskussionen darüber unterdrücke, welche Maßnahmen angesichts der die Realwirtschaft immer stärker unter Zugzwang setzenden Finanzkrise zu treffen seien.

Yalçındağ fordete die Regierung dazu auf, mit dem Internationalen Währungsfond ein „Stand-By“-Abkommen zu schließen, um auf makroökonomischer Ebene für Stabilität zu sorgen. Die Regierung habe diesbezüglich wertvolle Zeit vertan. Auf mikroökonomischer Ebene sei eine überzeugende Roadmap im Zuge der Beitrittsverhandlungen mit der EU unverzichtbar.

Der YIK-Vorsitzende Mustafa Koç bekräftige Yalçındağs Forderungen und rief die Regierung Erdogan dazu auf, von der Losung „Alles ist unter Kontrolle“ abzurücken. Dies könne nur im Dialog mit den Aktueren aus der Wirtschaft mit Inhalt gefüllt werden.

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Bewaffneter Streit zwischen Studenten in Izmir

Auf dem Campus der Ege-Universität in Izmir ist es zu Ausschreitungen zwischen links- und rechtsgerichteten Studenten gekommen.

Als linksgerichtete Studenten vor der Literarischen Fakultät einen Stand aufbauten, kam es gestern um 16 Uhr Ortszeit schnell zum Streit mit einer Gruppe rechtsgerichteter Studenten. Die Auseinandersetzung wurde schnell handgreiflich, und schon nach kurzer Zeit gingen beide Gruppe nach Angaben von Augenzeugen mit Steinen und Stöcken aufeinander los. Die Gruppen trennten sich jedoch schnell wieder. Eine Hundertschaft der Polizei, die recht schnell auf dem Campus einschritt, hat weitreichende Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um eine Fortsetzung des Streits zu verhindern.

In der Türkei kommt es immer wieder zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen Studenten unterschiedlicher politischer Anschauungen.

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Eine erschreckende Bilanz

Das in Tarsus bei Mersin angesiedelte Zentrum für Therapie und Forschung (RAM) hat in einer Studie festgestellt, dass es in einer „äußerst populären Fernsehserie“ zu massiven Gewaltdarstellungen kommt. Dies wurde zwar schon oft kritisiert, die in absoluten Zahlen vorliegenden Ergebnisse sind jedoch regelrecht schockierend.

Nach Angaben der Radikal hat der Direktor des Instituts RAM, Murat Tarsuslu, die Zahlen der Studie vorgestellt, die sich auf die Serie „Kurtlar Vadisi“ („Tal der Wölfe“) bezieht. Diese zugegebenermaßen tatsächlich populäre Serie vom Format eines Strassenfegers zeichnet sich durch offen zur Schau gestellte Gewalt und eine nationalistisch-verschwörungstheoretische Grundstimmung aus.

Das RAM hat 55 Folgen der Serie untersucht. In diesen 55 Folgen wurde Folgendes registriert: 411 Morde, 152 Verwundungen, 137 tätliche Angriffe, 147 Prügelszenen, 155 Ohrfeigen, 175 Streitigkeiten, 110 Folterszenen, 3 Vergewaltigungen, 191 Belästigungen und 145 Schusswechsel.

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Abstimmung über türkischen Sitz im UN-Sicherheitsrat

Heute entscheidet sich, ob die Türkei den von ihr angestrebten Sitz als vorübergehendes Mitglied im Weltsicherheitsrat erhält. In dem Gremium sind zwei Plätze neu zu vergeben.

Die Türkei hat für ihre Lobbyarbeit rund US$ 50 Mio. bereitgestellt. US$ 20 Mio. davon sind für die Tilgung der UN-Mitgliedsbeiträge von Entwicklungsländern vorgesehen, die im Gegenzug die türkischen Bemühungen unterstützen sollen. Um den Sitz zu erlangen, benötigt die Türkei die Stimmen von 128 Staaten. Ihre Konkurrenten sind Österreich und Island.

Die Türkei war bereits 1951-1952, 1954-55 sowie 1961-1062 Mitglied des Gremiums. Ihr ist an dem Sitz im UN-Sicherheitsrat gelegen, um ihre Sichtbarkeit aus internationaler Ebene weiter zu erhöhen, und bei kritischen Fragen , wie z.B. zur Situation auf Zypern, dem Irak und dem Kaukasus die eigene Sichtweise besser transportieren zu können.

Allerdings müsste die Türkei im Falle des Erfolgs ihrer Bemühungen eindeutig Farbe bekennen und zu heiklen Themen wie dem Iran, dem Mittleren Osten und dem Konflikt zwischen Russland und Georgien Stellung beziehen. Es wird spannend, wie die Türkei dies mit ihrer selbst auferlegten Rolle als regionaler Vermittler in Einklang bringen will.

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Donnerstag, 16. Oktober 2008

Livaneli-Lesung in Hannover

Das türkische Multitalent Zülfü Livaneli gastiert mit seinem Roman “Glückseligkeit” am Montag, den 20. Oktober in der Literaturetage des Künstlerhauses in Hannover.

Zülfü Livaneli beschreibt in seinem Roman auf eindrückliche Art das Thema “Ehrenmorde”. Neben der Lesung durch den Autor selbst wird die deutsche Version von Sebnem Bahadir vorgetragen. Ein anschließendes Gespräch wird von der Journalistin Canan Topcu moderiert, die mittlerweile für die Frankfurter Rundschau schreibt.

Livaneli ist in vielen künstlerischen Bereichen mit großem Erfolg tätig. So erhielt er für seine Arbeit als Regisseur nicht nur die Goldene Palme von Venedig. Die von im geschriebenen Lieder wurden z.B. von Joan Baez interpretiert. Auch als Schriftsteller feierte Livaneli große Erfolge und wurde schließlich 1996 Botschafter der UNESCO.

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Fazıl Hüsnü Dağlarca ist tot

Fazıl Hüsnü Dağlarca, einer der produktivsten Poeten der Türkei, ist im Alter von 94 Jahren verstorben.

Fazıl Hüsnü Dağlarca galt als Großmeister der türkischen Poesie. 1914 in Istanbul geboren, diente er von 1935 bis 1950 in der türkische Armee. Seine erste Veröffentlichung erfolgte 1927 im Alter von 12 Jahren in der “Yeni Adana Gazetesi”. Mit der Veröffentlichung des Gedichtes “Yavaşlayan Ömür” ("Das langsamer werdende Leben") im Jahre 1933 machte er erstmals auf seinen Namen aufmerksam.

Der von künstlerischen Ströumngen unabhängige Dichter siedelte sein Werk im Spannungsfeld der Begriffe der “Uhr” und des “Kompass” an. Kunst müsse den Menschen die Zeit anzeigen, in der sie lebten sowie den Weg weisen, den es zu beschreiten gelte.

Er verstarb am 15. Oktober 2008 an chronischem Lungenversagen sowie einer Entzündung seines Katheters.

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Çongar schlägt zurück

Die Chefredakteurin der Zeitung Taraf, Yasemin Çongar, hat auf die Rede des türkischen Generalstabschefs Ilker Başbuğ mit großem Unverständnis reagiert. Es sei inakzeptabel, dass ein Generalstabschef in einem demokratischen Staat Drohungen ausstoße.

Çongar äußerte sich während einer Sendung des Nachrichtensenders NTV zu den von General Ilker Başbuğ vorgebrachten Vorwürfen. Sie sei der Meinung, dass insbesondere die Art und Weise des Vortrags sehr hart und regelrecht übertrieben gewesen sei. Solch ein Verhalten sei für einen Generalstabschef nicht akzeptabel. Sie sei enttäuscht darüber, dass sich der türkische Generalstab zu den eigentlichen Bedenken, wonach entgegen der eindeutigen Informationslage keine Vorkehrungen gegen den PKK-Angriff getroffen wurden, nicht geäußert habe.

Es sei erfreulich, dass der Vorfall nun untersucht werde. Allerdings müssten die gewonnenen Erkenntnisse auch tatsächlich öffentlich gemacht werden. Die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf zu erfahren, warum so viele Menschen gestorben seien. Es sei nicht hinnehmbar, dass Başbuğ eine Mitschuld der hierüber berichtenden Medien anprangere, ohne zu den eigentlichen Vorwürfen Stellung zu beziehen. Die Aufforderung an die Medien, “auf der richtigen Seite zu stehen” empfinde sie als Bedrohung.

Die Zeitung Taraf werde auch weiterhin Dokumente veröffentlichen, von deren Richtigkeit man überzeugt sei. Unterdessen hat das Militärgericht beim Generalstab der Zeitung eine Frist von drei Tagen gesetzt, um die klassifizierten Dokumente herauszugeben. Widrigenfalls müsse damit gerechnet werden, dass die Räumlichkeiten der Zeitung von der Gendarmerie durchsucht werden.

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Polizisten beharren auf “verhältnismäßigem Einsatz von Zwangsmitteln”

Die im Rahmen der Untersuchungen zum Tod von Engin Çeber suspendierten Polizisten wurden von der Staatsanwaltschaft zu den Foltervorwürfen vernommen. Einstimmiger Tenor: Da sich die Gruppe gewehrt hätte, habe man “verhältnismäßige Gewalt” anwenden müssen.

Die Staatsanwaltschaft im Istanbuler Stadtteil Sarıyer, die den Tod von Engin Çeber untersucht, hat die unter Verdacht stehenden Polizisten verhört. Nach Angaben von NTV haben sich die Beamten von den Vorwürfen distanziert. Die festgenommene Gruppe, unter sich auch der später an den Folgen der erlittenen Misshandlungen verstorbene Engin Çeber befand, habe sich der Festnahme widersetzt. Darauf hin habe man sie mit Gewalt in das Polizeifahrzeug verbringen müssen. Die eingesetzten körperlichen Mittel seien jedoch nicht unverhältnismäßig gewesen, so der Polizist A.B. Er wisse nicht, wie Çeber zu Tode gekommen sei.

Auch der Beamte G.B. bestätigte, dass man während der Festnahme Çebers Gewalt angewandt habe, diese habe sich jedoch in Grenzen gehalten.

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Dieses Mal ist die "Vatan" dran

Adnan Oktar, der umtriebige Zensor von eigenen Gnaden, hat nun auch den Internetauftritt der Zeitung "Vatan" sperren lassen. Die Seite ist mittlerweile wieder online.

Wie Bianet mitteilte, hat Oktar einige Kommentare von Lesern zum Anlass genommen, vor dem 1. Zivilgericht in Silivri eine Sperre der Webseite “gazetevatan.com” durchzusetzen. In dem Antrag von Oktars Anwälten ist von dem eigentlichen Inhalt der Berichterstattungen keine Rede. Somit begründete das Gericht die Sperre mit der Unverhältnismäßigkeit der Leserkommentare. Es ist dies die 61. Sperre, die Oktar gerichtlich erwirkt hat.

Im vergangenen Jahr wurden in der Türkei 1112 Webseiten gesperrt oder verboten. 861 davon wurden direkt durch die Telekommunikationsaufsicht gesperrt, 251 aufgrund von Gerichtsurteilen.

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Groove in der Halle

Das Veranstaltungszentrum “The Hall” wartet am 17. Und 18. Oktober mit Musikern der Extraklasse auf. So ist am 17. Oktober das britische Ausnahmetalent Soweto Kinch zu Gast, am 18. Oktober wird die “Hall” von Jazzy B, dem Macher hinter “Soul 2 Soul“ bespielt.

Das Veranstaltungszentrum “The Hall” in Istanbul/Beyoglu setzt seinen hohen Anspruch auch im Oktober in die Tat um. Am 17. Oktober gastiert Soweto Kinch in Istanbul. Kinch gilt als eines der größten britischen Jazz-Talente, dessen Werke von der New York Times bis zu allaboutjazz.com frenetisch besprochen wurden.

Am 18.Oktober wird der zweifache Grammy-Preisträger Jazzy B die Istanbuler mit seiner Mischung aus Jazz, Funk und Soul beglücken. Das von ihm geleitete “Soul 2 Soul-Soundsystem” wird unter anderem von der Sängerin Jeanine Green begleitet. Beide Konzerte fangen um 22.30 Uhr Ortszeit an. Karten können wie gewohnt über Biletix geordert, oder an der Abendkasse erworben werden.

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Başbuğ reagiert wütend auf Taraf-Bericht

Der türkische Generalstabschef Ilker Başbuğ hat Meldungen, wonach dem PKK-Angriff auf die Grenzstation Aktütün Versäumnisse des Militärs vorausgingen, mit scharfen Worten kritisiert. “Jene, die die Aktionen der Separatistenorganisation als erfolgreich darstellen, tragen die Mitverantwortung für jeden tropfen Blut, das geflossen ist und fließen wird.”, so der oberste türkische Soldat. Wenige Stunden nach der Wutrede Başbuğs hat ein Militärgericht eine Nachrichtensperre verhängt.

Generalstabschef Başbuğ hat mit Verärgerung auf Berichte reagiert, die der türkischen Armee Versagen bei der Vereitelung des Angriffs der PKK auf die Grenzstation Aktütün vorwerfen, bei dem 17 Soldaten starben. Der Angriff der PKK sei für dies ein “Himmelfahrtskommando” gewesen, für die türkischen Soldaten jedoch ein “Heldenepos”. Mit einem deutlichen Seitenhieb auf die Zeitung Taraf, die Dokumente veröffentlichte, die durchaus den Schluss zulassen, dass der Tod der 17 Soldaten hätte verhindert werden können, sagte Basbug, dass diese Art der Berichterstattung mitverantwortlich für den Verlust weiterer Soldaten sei.

Nach einer Zeremonie in einer Militärakademie in Balıkesir trat Başbuğ vor die Presse und sprach in einem Ton, den man so noch nicht von ihm kannte. Der Angriff, während dessen sich die verteidigenden Soldaten heldenhaft verhalten hätten, werde vom Kommandanten des 2. Heeres untersucht. Die türkische Armee habe vollstes Vertrauen in sich und werde die Ergebnisse der Untersuchung der Öffentlichkeit mitteilen.

Jedes Militär auf der Welt würde, so Başbuğ, auf die gleiche Art auf solch einen Angriff reagieren. Gemeint war hier jedoch nicht der Angriff der PKK, sondern die Berichterstattung der Zeitung Taraf. Am Abend wurde schließlich bekannt, dass das Militärgericht beim Generalstab eine Nachrichtensperre in diesem Fall verhängt hat, die bis zur Klärung der Frage andauern soll, wie die an sich geheimen Dokumente der Zeitung zugespielt wurden.


Der türkische Generalstabschef Ilker Başbuğ in einem entspannteren Moment seiner Rede.
(Quelle: Radikal)


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