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Mittwoch, 11. Februar 2009

Keine Poesie unter Bestsellern

32.000 neue Titel wurden in der Türkei im vergangenen Jahr gedruckt. Und der erste türkische Autor kommt erst an dritter Stelle der Bestsellerliste: Orhan Pamuk.

An erster Stelle befindet sich John Lloyd mit "Scheinbildung: Was an unserem Wissen alles falsch ist". Auch in der Türkei ein Bestseller. "Null" von Adam Fawer belegt Platz zwei vor Pamuk mit "Das Museum der Unschuld". Der Generalsekretär des türkischen Verlegerverbandes Metin Celal betonte, dass zwar mehr Titel in den Buchhandel gelangten, die Verkaufszahlen allerdings zurück gingen.

Doğan Hızlan bedauert, dass sich mit Pamuk und Murathan Mungan nur zwei türkischsprachige Literaten auf der Bestseller-Liste befinden. Interessant, dass Hızlan Livanelis "Son ada" nicht als Literatur sieht.

Die 10 meistverkauften Bücher 2008

1) Cahillikler Kitabı / John Lloyd - NTV Yayınları
2) Olasılıksız / Adam Fawer - A.P.R.I.L. Yayınevi
3) Masumiyet Müzesi / Orhan Pamuk - İletişim Yayınları
4) Allah İle Aldatmak / Yaşar Nuri Öztürk - Yeni Boyut Yayınları
5) Diriliş - Çanakkale 1915 / Turgut Özakman - Bilgi Yayınevi
6) Siz Kimi Kandırıyorsunuz / Soner Yalçın - Doğan Kitapçılık
7) Empati / Adam Fawer - A.P.R.I.L. Yayınevi
8) Kadından Kentler / Murathan Mungan - Metis Yayıncılık
9) Son Ada / Zülfü Livaneli - Remzi Kitabevi
10) Yaşama Yerleşmek / Üstün Dökmen - Remzi Kitabevi

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Donnerstag, 29. Januar 2009

Türkische Bibliothek in Berlin

Die "Türkische Bibliothek", eine Editionsreihe des schweizer Unionsverlags, wird vom Februar bis zum Ende Juli in Berlin ausgestellt und anhand von Lesetafeln präsentiert.

Die Türkische Bibliothek präsentiert Meilensteine der türkischen Literatur von 1900 bis in die Gegenwart. Unterstütz wird das Projekt von der Robert-Bosch-Stiftung.

Im Berliner Zentrum Moderner Orient wird die Reihe vom 2. Februar bis zum 31. Juli durch Ausstellungstafeln der Stiftung Lesen vorgestellt.

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Freitag, 23. Januar 2009

Paquito D´Rivera und Yo-Yo Ma spielen im İş Sanat

Die Kunst- und Kulturplattform İş Sanat beherbergt Ende Januar und Anfang Februar mit Paquito D´Rivera und Yo-Yo Ma zwei Ausnahmekünstler von Weltrang.

Das der türkischen İş Bank zugehörige Kulturzentrum İş Sanat hat zwei große Coups zu vermelden.

Am 29. Januar spielt der Saxophon- und Klarinettvirtuose Paquito D´Rivera mit seiner Band in Istanbul. D´Rivera ist nicht nur ein Großmeister der afro-kubanischen Musik, sondern zugleich der erste Musiker der Welt, der sowohl in der Kategorie „Latin Jazz“, als auch in der Kategorie „Klassik“ einen Grammy gewinnen konnte.

Am 4. Februar werden Yo-Yo Ma und Kathryn Stott Freunde der Klassik verzücken. Yo-Yo Ma, der zu Obamas Amtseinführung spielen durfte, gilt vielen als der beste Cellist der Welt. Das Programm der beiden umfasst Werke von Schubert, Schostakowitsch, Piazzolla, Gismonti/Carneiro und Franck.

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Mittwoch, 21. Januar 2009

!f Istanbul fängt bei Dir an!

Das Istanbuler Festival für Independent-Filme „!f Istanbul“ findet vom 12. bis 22. Februar in Istanbul und Ankara statt.

Im Rahmen des Festivals werden bis zu 70 internationale Filme gezeigt. Da die Filmvorführungen im AFM-Kino statt finden wird das Festival auch als „AFM Festival“ bezeichnet. Es ist das einzige Filmfestival der Türkei mit einer eigenen Sektion für schwullesbische Filme.

Nach Angaben von NTV lautet das Motto des diesjährigen Festivals „Fang bei Dir an!“. Nähere Angaben zu den Filmen liegen noch nicht vor. Auf der offiziellen Seite von „!f Istanbul“, die auf Türkisch und Englisch informiert, kann man sich in den Newsletter eintragen.

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Dienstag, 20. Januar 2009

6. Festival des japanischen Films in Istanbul

In Istanbul findet vom 22. bis 25. Januar das "6. Festival des japanischen Films" statt.

Im Levent Kültür Merkezi findet vom 22. bis 25. Januar das "6. Festival des japanischen Films" statt. Der Eintritt zu den Vorführungen ist frei.

Die Filme werden auf Japanisch mit türkischen Untertiteln gezeigt. Das japanische Generalkonsulat in Istanbul informiert hier - leider nur auf Türkisch.

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Dienstag, 18. November 2008

5. Istanbuler Animations-Film-Festival

Vom 21. bis zum 30. Dezember 2008 findet im Pera Museum Istanbul das 5. Istanbuler Animations-Film-Festival statt.

Neben dem preisgekrönten Film „Sita sings the Blues“ von Nina Paley und der Neuerscheinung „Idiots und Angels“ des renommierten US-amerikanischen Animators und Regisseurs Bill Plympton werden weitere bekannte Animationsfilme gezeigt. Das umfangreiche Programm des Festivals wird durch ungefähr sechzig animierte Kurzfilme aus der Türkei abgerundet.

Ein weiteres Highlight des Festivals ist das gemeinsame Projekt von türkischen und griechischen Studenten aus verschiedenen Studienrichtungen, die im Rahmen des Festivals einen Film zum Thema Ökologie produzieren werden, welcher abschließend den Zuschauern vorgestellt wird.

Weitere Informationen auf Englisch finden Sie hier.

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Montag, 10. November 2008

Emre Aydın von MTV als „European Music Act“ geehrt

Der türkische Sänger Emre Aydın wurde in Liverpool mit dem European Music Award in der Kategorie „European Act“ geehrt.

Aydın setzte sich gegen Finley aus Italien und Shiri Marmon aus Italien durch. Der Preis, der Aydın im Rahmen der Preisverleihung in der Liverpooler Echo Arena übergeben wurde, wurde von The Rasmus und Tiziano Ferro präsentiert.

Als Aspirantin auf den Preis galt jedoch Leona Lewis, die leer ausging.

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Mittwoch, 5. November 2008

Zensur bei culturescapes?

Wie diverse Medien berichten, habe die Türkei Druck auf die Macher des Festivals „culturescapes“, dem größten türkisch geprägten Kulturevent in der Geschichte der Schweiz, ausgeübt. Der Film „Gitmek“ sowie fünf Essays seien aus dem Programm, bzw. dem Programmheft gestrichen worden.

Wie Kai Strittmatter, Türkei-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, auf bazonline schreibt, habe die Türkei die Macher des Festivals regelrecht „erpresst“. Die Türkei beteiligt sich mit € 400.000 an der Finanzierung des Festivals und habe zu verstehen gegeben, dass man die zugesagten Gelder zurückziehen werde, wenn man die anstössigen Werke nicht aus dem Programm streiche. Unter den fünf Essays befindet sich auch ein von Strittmatter selbst verfasster Artikel.

Nach Bekanntwerden der zensorischen Maßnahme habe Strittmatter beim türkischen Kulturministerium angerufen und mit dem Beamten Ibrahim Yazar über die Gründe dieses Verhaltens gesprochen. Yazar habe zum Ausdruck gebracht, dass die in dem Film thematisierte Liebe einer Türkin zu einem Nordiraker für sein Haus zur Zeit kein tragbares Sujet sei und bezeichnete den Sachverhalt gar als „unsympathisch“.

Unterdessen sendet das türkische Kultrministerium immer noch widersprüchliche Signale. So sagte Kulturminister Ertuğrul Günay noch gestern im Conrad Hotel, dass der Film sich nicht mehr im offiziellen Festivalprogramm befinde, aber dennoch auf dem Festival gezeigt werde. Am Vortag gab das Kulturministerium nach Angaben der Radikal jedoch eine schriftliche Erklärung heraus, auf der jede Intervention dementiert wurde. Der Film befinde sich nach wie vor im offiziellen Programm.

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Freitag, 31. Oktober 2008

20. Internationales Kurzfilmfestival Istanbul beginnt

Vom 5. bis zum 12. November 2008 findet das 20. Internationale Kurzfilmfestival Istanbul statt.

Gegründet 1988, hat sich das Kurzfilmfestival auch über die Türkei hinaus etabliert. In der achttägigen Veranstaltung wird eine große Bandbreite an nationalen und internationalen Kurzfilmen gezeigt.

Die Filme werden in Istanbul im Französischen Institut, im Italienischen Kulturzentrum und im Goethe Institut aufgeführt. Das Programm umfasst fiktionale, experimentelle und animierte Kurzfilme.

Detailliertere Informationen finden Sie hier.

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Donnerstag, 23. Oktober 2008

Phonem ´08

Das von „Miller“, dem amerikanischen Hersteller von Bierimitat, gesponsorte Festival „Phonem by Miller“ findet in diesem Jahr mit aufregender Besetzung vom 31. Oktober bis zum 8. November in diversen Istanbuler Lokalitäten statt.

In diesem Jahr findet das Festival „Phonem by Miller“ mit Unterstützung der Istanbuler Stiftung für Kunst und Kultur IKSV und der Radikal bereits zum sechsten Mal statt, und bietet dem türkischen Publikum aufregende Acts zwischen Indie, Punk und Electro. Die Konzerte finden im Babylon, Dirty, Dogz Star, Otto Santral, Studio Live und Tamirane statt.

In diesem Jahr sind British Sea Power mit ihrem Indie-Rock der Hauptact, die Norwegerin Annie wird Istanbul mit ihrem Electro-Pop verzaubern und die aus Dee Plume und Sue Denim bestehenden Robots in Disguise werden bei ihren Zuhörern am 5. November die Frage aufwerfen, ob sie nun Electro-Punk, Electro-Rock, Trip-Hop, Synthpop oder Electroclash gehört haben.

Weiterhin werden Diskjokke & Vinny Villbass, Sonny J, Foamo, Prinzhorn Dance School sowie die Streetlife Djs und weitere Acts die Stadt auf zwei Kontinenten beehren. Fehlt nur noch vernünftiges Bier...

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Mittwoch, 22. Oktober 2008

Izmir spielt in Madrid groß auf

Das Synfonieorchester Izmir hat in Madrid mit großem Erfolg den Auftakt einer neuntägigen Konzertreise durch Spanien gegeben.

Nach ausgedehnten Konzertreisen durch Deutschland, Italien, Belgien, Korea, Japan und Malaysia ist das Synfonieorchester nun zu eine Reise nach Spanien aufgebrochen, um in 9 Tagen 9 Konzerte zu spielen. Das Orchester unter der Leitung von Betin Güneş spielte vor rund 2.000 Zuhörern im Auditorio Nacional in Madrid Stücke von Beethoven, Tschaikowski, Sibelius und Ulvi Cemal Erkin. Die erste Geige spielt die deutsche Violoinistin Anna Sophie Dauenhauer. Die spanischen Zuhörer wurden vom türkischen Ensemble zum Ende der Vorstellung mit einer Intonation von „Carmen“ überrascht, was zu spontanen „Olé“-Rufen führte.

Der Direktor des Orchesters, Kenan Gökkaya, sagte, dass es ein schönes Gefühl gewesen sei, der spanischen Öffentlichkeit zu zeigen, dass es in der Türkei ernstzunehmende künstlerische Institutionen gebe. Die Spanier hätten es kaum glauben können, dass sich im Orchester 45 Musikerinnen befanden.

Nach Madrid spielt das Orchester in Tarragona, Alcoy, Vigo, Aviles, Lugo, Avila und Burgos. Neben dem türkischen Botschafter in Spanien, Ender Arat, waren die Botschafter 20 weiterer Staaten im Auditorium. Arat, dessen Botschaft die Reise gemeinsam mit dem spanischen Kulturministerium koordinierte, sagte, dass der Besuch des Synfonieorchesters ein schöner Anlass sei, das 225. Jahr der diplomatischen Beziehungen zwischen Spanien und der Türkei zu feiern.

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Montag, 20. Oktober 2008

Die Goldene Orange wurde gestern gegessen

Die Preisträger der 45. "Goldene Orange" von Antalya, dem türkischen Oscar, wurden gestern bekannt gegeben.

Die 45. "Goldene Orange" von Antalya wurde parallel zum "Eurasia Film Festival" veranstaltet. Gestern wurden die Preisträger beider Wettbewerbe in Antalya ausgezeichnet. Hier die Preisträger:

45. „Goldene Orange“ Kategorie Spielfilm

Bester Film: Pazar-Bir Ticaret Masalı - Ben Hopkins
Bester Regisseur: Nokta - Derviş Zaim
Bestes Drehbuch: Pazar-Bir Ticaret Masalı - Ben Hopkins
Bester Schauspieler: Pazar-Bir Ticaret Masalı - Tayanç Ayaydın
Beste Schauspielerin: Vicdan - Nurgül Yeşilçay
Beste Nebenrolle männlich: Volga Sorgu Tekinoğlu - Başka Semtin Çocukları - Gitmek
Beste Nebenrolle weiblich: Pandora'nın Kutusu - Övül Avkıran
Beste Kamera - Kodak-Preis: Vicdan - Zekeriya Kurtuluş
Beste Art Direction: Başka Semtin Çocukları - Türker İşçi
Beste Musik: Nokta - Mazlum Çimen
Bestes Kulisse: Mustafa Precheva
Bestes Sounddesign: Kostasvi Variopiotis
Beste Special Effects: Üç Maymun - Burak Balkan
Bestes Kostüm: Zeynep Sırlıkaya
Beste Maske: Vicdan - Vesey Üsten
Beste Post-Production Fono Film - Gökten Üç Elma Düştü - Vicdan
„Digiturk Behlül Dal“-Preis für das beste Talent: Başka Semtin Çocukları - Aydın Bulut
„Yurtiçi Kargo Dr.Avni Tolunay“-Sonderpreis der Jury: Nokta - Derviş Zaim

45. „Goldene Orange“ Kategorie Kurzfilm

Bester Kurzfilm: Gemeinschaft - Özlem Akın

45. „Goldene Orange“ Kategorie Dokumentation

Beste Dokumentation: Adakale Sözlerim Çoktur - İsmet Arasan
Sonderpreis der Jury: Nefes - Cüneyt Birol
SİYAD-Preis der Jury: Hayat Var - Reha Erdem

45. „Goldene Orange“ Kategorie Ehrenpreise

Cineastischer Erfolg - Hülya Avşar
Ehrenpreis - Yılmaz Atadeniz
„Yıldırım Önal“-Preis - Müşfik Kenter
Ehrenpreis für Beitrag zum Kino - Aydın Mesut Yurteri
„Orden des Festivals“ - Filiz Akın
Preis für Kunst und Kultur: Muhterem Nur, Eşref Kolçak, Yücel Çakmaklı

4. Internationales „Eurasia Film Festival“

Bester Film: Khamsa - Karim Dridi
Bester Regisseur: Still Walking - Hirokazu Kore-eda

4. Internationales „Eurasia Film Festival“ Ehrenpreise der Jury

Critics'Award: Dot - Derviş Zaim
NETPAC Award: Autumn - Özcan Alper
SİYAD Award: Three Monkeys - Nuri Bilge Ceylan
Script Development Award: A Handful Of Fate
Script: Ali Vatansever

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Donnerstag, 16. Oktober 2008

Livaneli-Lesung in Hannover

Das türkische Multitalent Zülfü Livaneli gastiert mit seinem Roman “Glückseligkeit” am Montag, den 20. Oktober in der Literaturetage des Künstlerhauses in Hannover.

Zülfü Livaneli beschreibt in seinem Roman auf eindrückliche Art das Thema “Ehrenmorde”. Neben der Lesung durch den Autor selbst wird die deutsche Version von Sebnem Bahadir vorgetragen. Ein anschließendes Gespräch wird von der Journalistin Canan Topcu moderiert, die mittlerweile für die Frankfurter Rundschau schreibt.

Livaneli ist in vielen künstlerischen Bereichen mit großem Erfolg tätig. So erhielt er für seine Arbeit als Regisseur nicht nur die Goldene Palme von Venedig. Die von im geschriebenen Lieder wurden z.B. von Joan Baez interpretiert. Auch als Schriftsteller feierte Livaneli große Erfolge und wurde schließlich 1996 Botschafter der UNESCO.

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Fazıl Hüsnü Dağlarca ist tot

Fazıl Hüsnü Dağlarca, einer der produktivsten Poeten der Türkei, ist im Alter von 94 Jahren verstorben.

Fazıl Hüsnü Dağlarca galt als Großmeister der türkischen Poesie. 1914 in Istanbul geboren, diente er von 1935 bis 1950 in der türkische Armee. Seine erste Veröffentlichung erfolgte 1927 im Alter von 12 Jahren in der “Yeni Adana Gazetesi”. Mit der Veröffentlichung des Gedichtes “Yavaşlayan Ömür” ("Das langsamer werdende Leben") im Jahre 1933 machte er erstmals auf seinen Namen aufmerksam.

Der von künstlerischen Ströumngen unabhängige Dichter siedelte sein Werk im Spannungsfeld der Begriffe der “Uhr” und des “Kompass” an. Kunst müsse den Menschen die Zeit anzeigen, in der sie lebten sowie den Weg weisen, den es zu beschreiten gelte.

Er verstarb am 15. Oktober 2008 an chronischem Lungenversagen sowie einer Entzündung seines Katheters.

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Groove in der Halle

Das Veranstaltungszentrum “The Hall” wartet am 17. Und 18. Oktober mit Musikern der Extraklasse auf. So ist am 17. Oktober das britische Ausnahmetalent Soweto Kinch zu Gast, am 18. Oktober wird die “Hall” von Jazzy B, dem Macher hinter “Soul 2 Soul“ bespielt.

Das Veranstaltungszentrum “The Hall” in Istanbul/Beyoglu setzt seinen hohen Anspruch auch im Oktober in die Tat um. Am 17. Oktober gastiert Soweto Kinch in Istanbul. Kinch gilt als eines der größten britischen Jazz-Talente, dessen Werke von der New York Times bis zu allaboutjazz.com frenetisch besprochen wurden.

Am 18.Oktober wird der zweifache Grammy-Preisträger Jazzy B die Istanbuler mit seiner Mischung aus Jazz, Funk und Soul beglücken. Das von ihm geleitete “Soul 2 Soul-Soundsystem” wird unter anderem von der Sängerin Jeanine Green begleitet. Beide Konzerte fangen um 22.30 Uhr Ortszeit an. Karten können wie gewohnt über Biletix geordert, oder an der Abendkasse erworben werden.

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Mittwoch, 15. Oktober 2008

Ein Land, zwei Reden und viele Fragen

Orhan Pamuk hat in seiner Eröffnungsrede zur 60. Frankfurter Buchmesse auf die in der Türkei nach wie vor herrschenden Demokratiemängel hingewiesen. Der ebenfalls anwesenden Staatspräsident Gül beeilte sich, seinem Aushängeschild zu widersprechen.

Orhan Pamuk hat die literarische Eröffnungsrede der 60. Frankfurter Buchmesse gehalten. In seiner Ansprache las Pamuk dem türkischen Staat die Leviten und forderte ein Ende der Repressalien, die sich gegen die Grundrechte der Meinungs- und Informationsfreiheit richten

Hier ein Auszug aus Pamuks Rede:
“Das Verbieten und Verbrennen von Büchern, das Ermorden, Inhaftieren von Autoren, das Darstellen als Vaterlandsverräter und die Erniedrigung von Autoren in der Presse haben die türkische Kultur im letzten Jahrhundert nicht bereichert, sondern verarmen lassen. Die Angewohnheit des Staates, Autoren und Bücher zu bestrafen, wird immer noch praktiziert. Hunderte Autoren werden wie ich mithilfe des Paragrafen 301vor Gericht gestellt und verurteilt. Bei der Arbeit an dem Roman den ich in diesem Jahr veröffentlicht habe, musste ich mir alte türkische Filme ansehen und schöne alte Lieder anhören. Dies konnte ich auf einfache Art mit Youtube erledigen. Dies kann ich nun nicht mehr tun. Denn Youtube und hunderte andere türkische und internationale Webseiten sind den in der Türkei lebenden Menschen aus politischen Gründen verboten. Die Inhaber der politischen Macht mögen mit diesen Repressalien zufrieden sein. Aber wir Autoren, Publizisten, Künstler und alle, die die türkische Kultur erschaffen und die beobachten, wie unsere Kultur und Literatur auf der ganzen Welt bekannt ist, verstehen dies nicht. Aber man darf nicht glauben, dass der Eifer von uns Autoren und Publizisten dadurch gebrochen wäre. Die türkische Verlagsszene ist in den vergangenen 15 Jahren mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit gewachsen und reicher geworden. Heute werden in der Türkei mehr Bücher denn je herausgegeben.”

Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül versuchte, das von Pamuk gezeichnete Bild einer repressiven Türkei dadurch zu entschärfen, dass er auf die rasante wirtschaftliche Entwicklung der Türkei hinwies, die im Rahmen der EU-Annäherung positive Entwicklungen im Bereich der Menschen- und Grundrechte zöge. Er wies darauf hin, dass die Verbesserung der Menschenrechtslage und die zunehmende Respektierung der Meinungs- und Informationsfreiheit einen direkten Einfluss auf die Kultur habe.

Hier ein Auszug aus Güls Rede:
“Die Anzahl, Vielfalt und Qualität der in der Türkei veröffentlichten Bücher nimmt stetig zu. Einschränkungen und Repressalien, die türkische Autoren in der Vergangenheit erfahren mussten, sind insgesamt weniger geworden oder mit der Zeit aufgehoben worden. In dieser Zeit sind zudem viele Autoren Opfer von Terrorismus geworden. Ich kann heute mit Überzeugung sagen, dass die Türkei durch die in den letzten Jahren vorgenommenen wirtschaftlichen und politischen Reformen zu einem Land geworden ist, welches die Kriterien der EU in den Bereichen der Meinungsfreiheit und der kulturellen Vielfalt weitestgehend erfüllt. Ohne Zweifel möchte ich hierbei nicht jene Dinge ignorieren, die noch zu tun sind, doch wenn man die Türkei mit dem Stand vergangener Zeiten vergleicht, so möchte ich diesen positiven Entwicklungen Ausdruck verleihen. Unsere Kultur verfügt über eine immer freiere und autonomere Identität.”

Gül wandte sich an Pamuk und bedankte sich bei diesem dafür, die türkische Kultur und Sprache in der Welt verbreitet zu haben. “Sie haben großen Anteil daran, dass man die Kultur und die Welt, in der sie leben, weltweit kennt. Ich danke Ihnen.”, so das türkische Staatsoberhaupt.

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Dienstag, 14. Oktober 2008

Frankfurter Buchmesse wird heute eröffnet

Die 60. Frankfurter Buchmesse wird heute im Beisein des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül und des Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk eröffnet.

Die Türkei, die als “Ehrengast 2008” zugegen ist, wird sich mit rund 300 Autoren und 700 Künstlern auf einer Fläche von 4060 m² präsentieren. Die literarische Eröffnungsrede wird der türkische Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk halten. Frank-Walter Steinmeier wird die deutsche Regierung bei der Eröffnungsfeier, die heute um 17 Uhr im Congresss Center auf dem Frankfurter Messegelände beginnt, vertreten.

Das Synfonieorchester des türkischen Staatspräsidenten wird gemeinsam mit dem Chor der Frankfurter Musikakademie Ahmed Adnan Saygun´s “Yunus Emre Oratorium” aufführen - natürlich auf Deutsch. Das umfangreiche Rahmenprogramm zur Gastresidentur der Türkei ist hier zu finden.

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Montag, 13. Oktober 2008

Gemeinsames Publikationsprojekt von "Bild" und "Hürriyet"

Die beiden großen Boulevardblätter Bild und Hürriyet stellen morgen auf der Frankfurter Buchmesse ihr gemeinsames Oeuvre „Süper Freunde – Was Türken und Deutsche sich wirklich zu sagen haben“ vor.

Nach Angaben des Axel Springer Verlages wollen "BILD"-Chefredakteur Kai Dieckmann, die Wuchtbrumme des deutschen Boulevards, und sein "enger Freund" Ertuğrul Özkök, der Chefredakteur der nicht minder intellektuellen Zeitung "Hürriyet", am morgigen Dienstag das im Piper Verlag aufgelegte Buch „Süper Freunde – Was Türken und Deutsche sich wirklich zu sagen haben“ vorstellen. Das Projekt sei von Anfang an auf eine zweisprachige Ausgabe angelegt - vorerst ist jedoch nur eine deutsche Ausgabe erhältlich. Die Laudatio wird Cem Özdemir halten.

Wer durch den Titel dieses Buches nicht schon genug genervt ist (als wenn man jedes Buch, dass auch von Türken gelesen werden soll sprachlich verunglimpfen müsste), den wird das Publikationskonzept sicherlich nicht gnädiger stimmen. Ein "Best-Practice" folgt hier dem nächsten, garniert mit Beiträgen von Angela Merkel und dem ehemaligen türkischen Staatspräsidenten Süleyman Demirel, die vom deutsch-türkischen Zusammenleben ungefähr so viel Ahnung haben wie ich von rechtsdrehenden Joghurtkulturen.

Der "gewöhnliche" Deutsche, der sich schon immer dafür interessiert hat, was sein verschwiegener türkischer Nachbar aus dem oberen Stockwerk wirklich zu sagen hat, darf über dieses Buch getrost hinwegsehen. Er sollte einfach hinaufgehen und fragen, ob man nicht zusammen eine Tasse Tee trinken will.

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Kevin Spacey gibt Nachhilfe in Antalya

Der amerikanische Schauspieler Kevin Spacey wird im Rahmen der 45. "Goldenen Orange von Antalya", des bekanntesten Filmfestivals der Türkei, am 17. Oktober nach Antalya kommen.

Der Besuch Spaceys wurde vom Vorsitzenden der veranstaltenden Organisation TÜRSAK, Engin Yiğitgil, bekannt gegeben. Der erfolgreiche Schauspieler wird während seines Besuches rund 250 türkischen Schauspielstudenten in einer dreistündigen Session Nachilfestunden geben und diese nach Angaben von Yiğitgil in die "Geheimnisse seines Erfolgs" einweihen. Na denn!

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Mittwoch, 8. Oktober 2008

Prozess im Mordfall Pippa Bacca beginnt mit Verzögerung

Der Prozess gegen den Mörder der italienischen Künstlerin Pippa Bacca hat heute in Kocaeli begonnen - und wurde nach einer halben Stunde auf den 4. November vertagt.

Der erste Prozesstag endete für die anwesende Mutter der getöteten Künstlerin, Elena Manzoni, mit einer herben Enttäuscheung. Da der Tatverdächtige Murat Karataş, der die Tat im Verhör zugegeben hat, keinen Anwalt hat und auch kein vereidigter Übersetzer zugegen war, entschied das Gericht, die Verhandlung auf den 4. November zu vertagen.

Der türkische Anwalt, der die Familie Pippa Baccas vertritt, Mehmet Eke, sprach von einem groben Versäumnis der Justiz. Karataş hätte ein Anwalt von der Anwaltskammer gestellt werden müssen und ein Verteidiger zum Verfahren bestellt werden müssen, so der Jurist. Schließlich sei klar gewesen, dass die Familie der Italienerin als Nebenkläger an dem Verfahren teilnehmen werde.

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