Montag, 6. Oktober 2008

Necla Kelek: Die Türkei ist nicht reif für Europa

Die Soziologin Necla Kelek hat der Türkei in einem Beitrag für das Magazin Cicero die Beitrittsfähigkeit zur Europäischen Union abgesprochen.

So schreibt Kelek, dass die Türkei zumal aus politisch-strukturellen Gründen keine Kandidatin für eine Aufnahme in die EU sein könne. Die Türkei könne insbesondere die europäische Tradition der Trennung von Staat und Religion nicht vorweisen. Auch aus wirtschaftlichen Gründen sei ein EU-Beitritt der Türkei nicht empfehlenswert.

Zur Untermauerung ihrer Ansichten bezieht sich Kelek dabei auf die Historiker Hans-Ulrich Wehler und Heinrich August Winkler, deren Ansichten jedoch alles andere als unumstritten sind. Das Argument, wonach die Türkei "[n]ach geografischer Lage, historischer Vergangenheit, Religion, Mentalität [...] kein Teil Europas" sei, ist kein Faktum, sondern eine Meinung. Eine unter vielen.

So schreibt Heinz Kramer in einem Beitrag für die "Stiftung Wissenschaft und Politik", dass “[b]ei einer rein geographischen Betrachtung auch andere Abgrenzen des Raumes Europa plausibel [wären].” Auch die übrigen Argumente sind so klar nicht, denn “[d]as ´Projekt Europa´ ist bisher weder analytisch noch politisch so eindeutig definiert worden, dass die Folgen einer türkischen Mitgliedschaft angemessen beurteilt werden könnten. Auch die Kulturgrenze, die durch den Beitritt angeblich überschritten würde, läßt sich nicht exakt bestimmen, wenn sie nicht als religiöse Abgrenzung gegenüber islamischen Staaten und Gesellschaften definiert wird.”

Wie man sieht liegen sowohl für als auch gegen den EU-Beitritt ernstzunehmende Argumente vor. Sie müssen jedoch politisch bewertet werden, denn sie sprechen nicht per se für Dieses oder Jenes. Dies kann jedoch seriöserweise nur auf der Grundlage einer rationalen Herangehensweise an das Thema geschehen. Es sollte insbesondere im Interesse der Soziologin Necla Kelek sein, die Debatte um die Beitrittsfähigkeit der Türkei zu versachlichen anstatt sie zu ideologisieren. Zumindest fachlich sollte man dies von einer Sozialwissenschaftlerin erwarten dürfen.

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Türkei reagiert auf Anschlag

Nach dem blutigen Anschlag der PKK, bei dem am Freitag Abend 15 türkische Soldaten getötet wurden, läuft die türkische Diplomatie auf Hochtouren.

So wurde der US-amerikanische Botschafter Ross Wilson in das türkische Außenministerium einbestellt. Der Staatssekretär im Außenministerium Ertuğrul Apakan forderte die USA in dem Gespräch dazu auf, sich im Kampf gegen die PKK stärker zu involvieren. Auch der irakische Botschafter wurde einbestellt und erhielt eine diplomatische Note, in der der Irak ultimativ dazu aufgefordert wird, seinen Teil der Grenze zu sichern und bei der Identifizierung der Schuldigen mitzuhelfen.

Der Vorschlag des irakischen Präsidenten Dschala Talabani, wonach sich der türkisch-irakisch-amerikanische Koordinierungsrat unverzüglich treffen soll, wird derzeit noch bewertet. Allerdings setzt die Türkei in die Arbeit dieses Gremiums keine großen Hoffnungen mehr.

Unterdessen hat die türkische Luftwaffe wiederholt Einsätze im Nordirak geflogen und Stellungen der PKK bombardiert.

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Enthüllungen über Waffenhilfen während des Bosnien-Krieges

Der Journalist Ahmet Abakay behauptet in seinem Buch “Das Notizbuch des Ministerberaters” ("Bakan Danışmanı’nın Not Defteri"), dass in einem Flugzeug, dass während des Bosnien-Krieges eine türkische Ministerin zu einer Konferenz nach Sarajewo brachte, große Mengen an Waffen für bosnische Muslime transportiert wurden.

Abakay war neben seiner Tätigkeit als Journalist viele Jahre als Berater türkischer Minister tätig. Die Zeitung Taraf berichtet, dass er in seinem Buch pikante Details über versteckte Waffenhilfen für bosnische Muslime erzählt. Zu jener Zeit wurde die Türkei von der ANAP-DYP-Koalition regiert. Die Organisation der islamischen Konferenz hatte ihre Mitgliedsstaaten aufgrund des Bosnien-Konflikts 1996 nach Sarajewo gebeten. Die Türkei wurde von der damaligen Ministerin für Frauen, Imren Aykut, vertreten.

Aykut reiste jedoch nicht in einer Maschine der türkischen Regierung, sondern in einem Cargo-Flugzeug, dass nicht gekennzeichnet war und keinen Rückschluss über seine Herkunft erlaubte. Nach Angaben Abakays war der gesamte Innenraum des Flugzeugs mit Waffen beladen, so dass nicht einmal Platz für reguläre Sitze zur Verfügung gestanden habe. Die türkische Delegation habe in den Netzen, die an den Flugzeugwänden befestigt waren, Platz nehmen müssen. Die Herkunft der Waffen wurde nicht erwähnt.

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Blutiges Zuckerfest, die Zweite: 146 Verkehrstote während der Feiertage

Nach Angaben des Senders NTV sind während der neuntägigen Feiertage zum Ende des Ramadan 146 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen.

Der Leiter der Verkehrspolizei, Celal Uzunkaya, sagte, dass der Großteil der Unfälle auf überhöhte Geschwindigkeit, ein unachtsame und unverantwortliche Fahrweise sowie Ignoranz gegenüber den Wetterbedingungen zurück zu führen sei. Neben den 146 Toten sind 649 Verletzte zu beklagen.

Am letzten Feiertag passierten die meisten Unfälle. So starben am 5. Oktober bis 18 Uhr bei 18 Unfällen 31 Personen, 59 Menschen wurden verletzt.

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Diyanet: Erzieht eure Kinder zur Freiheit

Der stellvertretende Präsident des türkischen Amts für religiöse Angelegenheiten "Diyanet" hat sich in der letzten Ausgabe der offiziellen Publikation der Behörde dafür ausgesprochen, in der religiösen Erziehung einen neuen, offeneren Ansatz zu verfolgen.

So schreibt Prof. Dr. M. Şevki Aydın, dass anstelle eines repressiven, nur an der Form und nicht am Inhalt orientierten Verständnisses von Religion eine tolerantes, auf der Wahl des Individuums basierendes Modell von Religion zur Grundlage religiöser Erziehung gemacht werden solle.

Die Erziehungsberechtigten sollten endlich damit aufhören, ihre eigene Vorstellung von Religiosität zum Maßstab der Erziehung ihrer Kinder zu machen. Dies könne nur nachteilige Effekte aufweisen. Kinder, die auf diese Art und Weise erzogen worden seien, wären “blind und sklavisch”, wohingegen es wichtig sei, dass religiöse Menschen aus Überzeugung glaubten.

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Samstag, 4. Oktober 2008

Die Türkei führt ein neue Währung ein

Die Türkei führt nach der Währungsreform vom 1. Januar 2005, bei der 6 Nullen der türkischen Währung "Lira" gestrichen wurden, neue Banknoten ein. Auch der Name der Währung ändert sich. Die "Neue Türkische Lira" YTL heißt ab dem 1. Januar 2009 nur noch "Türkische Lira", kurz TL.

Der Präsident der türkischen Notenbank, Durmuş Yılmaz, stellte die neuen Geldscheine im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vor. Die Türkische Lira wird in den Einheiten 200, 100, 50, 20, 10 und 5 ausgegeben.



Auf der Rückseite des 5 Lira-Scheins befindet sich ein Abbild von Prof. Dr. Aydın Sayılı (1913-1993), der als weltweit erster Inhaber eines Doktortitels im Bereich "Wissenschaftsgeschichte" gilt.



Auf der Rückseite der 10-Lira-Note ist Prof. Dr. Cahit Arf (1910-1997) abgebildet, der einer der herausragendsten Mathematiker der Türkei war, und nach dem die "Arf-Konstante" benannt ist.



Auf der Rückseite des 20-Lira-Scheins befindet sich ein Bild des Architekten Mimar Kemaleddin (1870-1927), der als Wegbereiter der türkischen Architektur gilt.



Auf der Rückseite des 50-Lira-Scheins ist Fatma Aliye (1862-1936) abgebildet, die nicht nur als ein der ersten Frauen in der türkischen Literatur gilt, sondern die ebenfalls die erste türkische Philosophin war.



Auf der Rückseite der 100-Lira Note ist Buhurizade Mustafa Efendi (1640-1712) zu sehen, der als Gründer der klassischen türkischen Musik gilt.



Auf der Rückseite der 200-Lira-Note ist ein Abbild des Mystikers Yunus Emre (1238-1320) zu sehen, der mit seinen Werken die türkische Volksdichtung ins Leben rief.

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Türkei sitzt im "Board of Gouvernors" der IAEA

Die Türkei ist Mitglied des "Board of Gouvernors" der Internationalen Atomenergieagentur IAEA.

In dem aus 35 Staaten bestehenden Führungsgremium der UN-Organistaion mit Sitz in Wien werden zum Ablauf des Jahres 2008 11 Plätze vakant. Die Türkei, die seit 1957 Mitglied der Organisation ist, hat ihren Sitz im IAEA-Vorstand für die nächsten zwei Jahre ergattern können.

Der türkische Verhandlunsgführer, Botschafter Ahmet Ertay, sagte, dass die Wahl der Türkei in das "Board of Gouvernors" insbesondere im Hinblick auf die nukleartechnischen Ambitionen der Türkei von größter Wichtigkeit seien.

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Blutiges Zuckerfest: 15 Tote bei PKK-Anschlag

Bei einem Angriff der PKK auf Stellungen der türkischen Armee an der Grenze zum Irak sind 15 Soldaten getötet worden, mehrere Sodlaten sind verletzt worden. Von 2 Soldaten fehlt jede Spur.

Der Anschlag ereignete sich gestern Abend. Die Grenzstation Aktütün wurde massiv angegriffen, auch unter Einsatz von schwerem Geschütz, wie der türksiche Generalstab heute mitteilte. 23 Terroristen wurden bei den anschließenden Gefechten getötet. Wie der Kommandant der Pressestelle des Generalstabs, General Metin Gürak, mitteilte, wurden unterdessen mehrere Spezialeinheiten in die Region entsandt.

Die türkische Politik reagierte geschockt auf die Nachricht, die die trügerische Ruhe des Zuckerfestes jäh zerriss. Der in Turkmenistan weilende Ministerpräsident Erdogan sagte seinen für Anfang nächster Woche geplanten Staatsbesuch in der Mongolei ab.

Der CHP-Vorsitzende Deniz Baykal forderte derweil, die Strategie der Türkei im Kampf gegen den Terrorismus zu überdenken und warf der Regierung Versagen auf diesem Feld vor. Ein Staat, der Terrorismus nicht als Terrorismus bezeichne, könne keinen glaubhaften Kampf gegen diesen führen.

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Donnerstag, 2. Oktober 2008

Türkische Justiz deckt Volksverhetzung

Die Staatsanwaltschaft Bolu hat einen Zeitungsartikel, in dem dazu aufgerufen wurde, für jeden getöteten türkischen Sodlaten ein Mitglied der DTP zu töten, als "Meinungsfreiheit" bewertet. Das Strafgericht in Düzce hat diese Entscheidung nun bestätigt.

Am 7. Oktober 2008 fielen 13 Soldaten, die bei der Kommando-Einheit in Bolu stationiert waren, einem Angriff der PKK zum Opfer. Der Autor I.E. der Zeitung "Bolu Express" griff darauf hin zur Feder und verfasste einen Artikel, in dem er seine ganz persönliche Lösung für das Terrorprroblem der Türkei präsentierte.

Seine Ausführungen kulminierten in folgendem Zitat: "Die große Mehrheit der Gesellschaft ist der Auffassung, das ab sofort für jeden getöteten Soldaten einen von denen das selbe Schicksal ereilt." Mit anderen Worten: Für jeden im Kampf gegen die PKK getöteten Soldaten solle ein Mitglied der DTP umgebracht werden. Was diesen Worten folgte, war eine Auflistung der Namen aller DTP-Parlamentsabgeordneter, aller DTP-Führungskräfte sowie aller DTP-Bürgermeister.

Der DTP-Abgeordnete Selahattin Demirtaş aus Diyarbakır schaltete darauf hin seinen Anwalt ein, der bei der Staatsanwaltschaft in Bolu Anzeige wegen Volksverhetzung erstattete. Die Staatsanwaltschaft kam nach einer Prüfung des Vorfalls zu dem Ergebnis, dass die üble Hetzschrift vom Recht auf freie Meinungsfreiheit gedeckt sei und stellte die Ermittlungen ein. Der Anwalt des Abgeordneten ersuchte vor dem Strafgericht in Düzce um die Wiederaufnahme der Ermittlungen.

Das Gericht entschied jedoch, dass das Einstellen des Ermittlungsverfahrens seitens der Staatsanwaltschaft Bolu rechtens gewesen sei. Sollte das Justizministerium in diesem Fall nicht intervenieren, wovon ausgegangen werden kann, wird der Fall von Demirtaş vor den Europäischen Menschengerichtshof gebracht werden. Bis dahin wird jeder der in der Türkei dazu aufruft Menschen zu töten, weil andere Menschen sinnlos gestorben sind, straffrei ausgehen können.

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Mittwoch, 1. Oktober 2008

Frau Unakıtan ging ein Licht auf

Der Türkeimonitor berichtete, dass ein vom türkischen Kabinett verabschiedetes Dekret am 13. August in Kraft trat, wonach öffentliche Einrichtungen in der Türkei fortan nur noch mit Energiesparlampen beleuchtet werden sollen. Derweil hat die älteste Tochter des türkischen Finanzministers Kemal Unakıtan, Zeynep Unakıtan, eine schlaue Geschäftsidee in die Tat umgesetzt: Sie gründete eine Firma, die unter anderem im großen Stil Energiesparlampen importiert und vertreibt. Bevorzugte Abnehmer der Produkte: Öffentliche Einrichtungen.

Wie die Milliyet berichtet, hat Zeynep Unakıtan gemeinsam mit dem befreundeten Geschäftsmann Ismail Kılıçlar die Firma "ZIA Energie-Technologie" gegründet. Dabei fällt auf, dass die Firmengründung nur kurze Zeit nach dem Kabinettserlass zur Umstellung auf Energiesparlampen erfolgte. Neben "klassischen" Energiesparlampen will sich die neue Firma vor allem auf den Vertrieb von QLEDs konzentrieren.

Laut türkischen Medien hält Zeynep Unakıtan 51% an dem Unternehmen, das mit einem Startkapital von 10.000 YTL ausgestattet ist. Unakıtan ist ferner gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern an den Lebensmittelunternehmen "A.B Gıda" und "FAB Gıda", dem IT-Unternehmen "Telemobil Bilgi İletişim" und der Firma "SAB Makine" beteiligt.

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Aramäer beten am Grab von Scheich Fethullah Hamidi

Türkische Aramäer haben nach 93 Jahren ihrem einstigen Lebensretter und seinen Nachfahren gedankt.

Die aramäische Gemeinde der Türkei hat dem vor 61 Jahren verstorbenen Scheich Fethullah Hamidi gedacht, der für seine außerordentliche Toleranz berühmt war und der sie 1915 vor dem sicheren Massentod rettete. Eine äußerst zahlreiche Gruppe von Aramäern besuchte das Grab Hamidis sowie dessen Familie. An Hamidis Grab beteten die Christen für das Heil Hamidis und seiner Familie. Sein Nachfahre Sabahattin Hamidi empfing die Gruppe und nahm deren Glückwünsche zum Zuckerfest entgegen.

Der aramäische Priester Bitris Ögünc wies in seiner Rede darauf hin, dass die eigenen Väter und Großväter Fethullah Hamidi ihr Leben verdankten. Sabahattin Hamidi wiederum betonte die herzlichen Beziehungen zur aramäischen Gemeinde, die sich in regelmäßigen und beidseitigen Besuchen äußere.

In den Wirren des Ersten Weltkriegs gerieten die rund um Midyat bei Mardin lebenden Aramäer unter Verdacht, mit den Russen zu kooperieren. Einige Stämme wollten darauf hin an den Aramäern ein Exempel statuieren. Zum Zeitpunkt ihrer größten Not eilte den Aramäern der einflussreichste islamische Gelehrte der Region, Scheich Fethullah Hamidi, zu Hilfe. Er verhandelte aktiv mit den Belagerern, hinterließ bei den Aggressoren seinen Sohn Siracettin als Pfand und konnte somit schließlich maßgeblich zur friedlichen Beseitigung der immensen Spannungen beitragen.

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Türkisches Parlament nimmt die Arbeit wieder auf

Die Türkische Große Nationalversammlung nimmt heute nach der Sommerpause offiziell wieder die Arbeit auf.

Zum zweiten Mal in der Geschichte des Landes fällt der Auftakt des neuen Parlamentsjahres in das Zuckerfest, das in der Türkei als neuntägiger Feiertag begangen wird. Nach der Eröffnung durch Parlamentspräsident Köksal Toptan (AKP) und einer Rede von Staatspräsident Abdullah Gül (AKP) wird es heute Abend um 18 Uhr türkischer Zeit einen Empfang durch den Parlamentspräsidenten geben.

Anschließend vertagt sich das Parlament bis zur ersten regulären Sitzung, die am 7. Oktober statt finden soll. Anlässlich des Zuckerfestes besuchen die Führer der politischen Parteien heute einander und überbringen sich, trotz aller politischen und persönlichen Differenzen, ihre Glückwünsche.

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In türkischen Gefängnissen sind Menschen aus 87 Staaten inhaftiert

Nach Angaben des türkischen Justizministeriums befinden sich in türkischen Gefängnissen Staatsangehörige von 87 Staaten.

Die größte Gruppe bilden iranische Staatsangehörige mit 295 Häftlingen, gefolgt von 137 Syrern und 127 Turkmenen. Weiterhin befinden sich unter den Gefängnisinsassen 86 staatenlose Menschen, die auf türkisch als "Haymatlos" bezeichnet werden.

Hier die "Rangliste":

Iran (295), Syrien (137), Turkmenistan (127), Georgien (84), Bulgarien (67), Aserbaidschan (63), Afghanistan (55), Nigeria (49), England (48), Somalia (41), Moldawien (38), Mazedonien (32), Rumänien (32), Russland (31), Polen (19), Ruanda (19), Palästina (19), Ukraine (18), Deutschland (17), Tanzania (16), Ghana (13), Niederlande (13), Mauretanien (11), Irak (10), Albanien (9), Südafrika (9), Armenien (8), Usbekistan (8), Griechenland (7), Kasachstan (6), Algerien (6), Kosovo (6), Libanon (6), Pakistan (6), Serbien (6), Burundi (5), Kirgisien (5), Türkische Republik Nordzypern (5), Bangladesch (4), USA (4), Bosnien-Herzegowina (4), Brasilien (4), Frankreich (4), Guinea (4), Kenia (4), Äthiopien (3), Marokko (3), Kroatien (3), Spanien (3), Kongo (3), Liberia (3), Litauen (3), Sudan (3), Ex-Jugoslawien (3), Andorra (2), Bolivien (2), Burma (2), Tschechien (2), China (2), Dominikanische Republik (2), Elfenbeinküste (2), Phillipinen (2), Gambia (2), Israel (2), Schweden (2), Kamerun (2), Tadschikistan (2), Tunesien (2), Argentinien (1), Österreich (1), Belgien (1), Dänemark (1), Estland (1), Irland (1), Italien (1), Kanada (1), Libyen (1), Ungarn (1), Malawi (1), Malaysia (1), Ägypten (1), Portugal (1), Sierra Leone (1), Singapur (1), Surinam (1), Zimbabwe (1), "Haymatlos" (86)

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ICAT 2008 in Istanbul

In Istanbul findet am 13. und 14. November 2008 die vierte "International Conference on Automotive Technology" statt.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung findet die Konferenz "ICAT 2008" am 13. und 14. November 2008 im Hyatt Regency Hotel in Istanbul statt. Das Thema der diesjährigen Konferenz lautet "Alternative Technologies for the Reduction of CO2 Emissions".

Die Organisatoren der Konferenz rufen Fachleute verschiedener Disziplinen, die in der Automobilindustrie beschäftigt sind, dazu auf, neueste Entwicklungen und fortgeschrittene Technologien zu präsentieren. Interessenten können hier weitere Informationen abrufen.

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Dienstag, 30. September 2008

Alev Korun - Die erste österreichische Abgeordnete mit Migrationshintergrund

Die türkischstämmige Alev Korun, die für die Grünen kandidierte, hat bei den österreichischen Parlamentswahlen Geschichte geschrieben. Die Wahl Koruns wirkt wie ein, wenn auch blasser, Hoffnungsschimmer dieser Wahl, bei der der äußerste rechte Rand, vertreten durch die Parteien FPÖ und BZÖ, einen immensen Stimmenzuwachs verzeichnen konnte.

Korun, die 1969 in der Türkei geboren wurde, besuchte das österreichische Sankt Georgs-Gymnasium in Istanbul und studierte darauf hin an den Universitäten in Innsbruck und Wien Politische Wissenschaft und Gender Studies. 1993 trat sie den Grünen bei. 1998 war sie Mitgründerin des Europäischen Netzwerks gegen Rassismus. Von 1999 bis 2005 war sie Referentin der Parlamentsfraktion für Minderheiten, Migration und Menschenrechte. 2005 wurde sie Wiener Gemeinderätin.

Der Zeitung Taraf erläuterte Korun ihre politischen Ziele:

“Migranten haben eine große Reihe von Problemen. Sie leben in schlechten Behausungen, sind im Bereich Bildung mit großen Ungerechtigkeiten konfrontiert und finden aufgrund von Diskriminierungen oft keine adäquate Beschäftigung. Ich werde mich insbesondere im Bereich Bildung für die Chancengleichheit von Migranten der zweiten und dritten Generation einsetzen. Es müssen Projekte geschaffen werden, in denen neben sehr guten Kenntnissen der deutschen Sprache auch die Muttersprache unterrichtet wird. Auch die Zahl der Lehrkräfte, die neben Deutsch Türkisch bzw. Jugoslawisch sprechen, muss erhöht werden. Migrantinnen erhalten ihren Aufenthaltsstatus in Abhängigkeit von ihren Ehemännern. Im Falle einer Scheidung erlischt dieser wieder. Migrantinnen muss ein eigenes Recht auf legalen Aufenthalt zugestanden werden.”

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Die moderne Frau - das unbekannte Wesen

Das Direktorat für familienbezogene und soziale Untersuchungen, das direkt dem türkischen Ministerpräsidialamt untergeordnet ist, gibt ein Magazin namens “Aile ve Toplum” (“Familie und Gesellschaft”) heraus. In diesem Magazin hat der Lehrbeauftragte der Inönü-Universität Dr. Ünal Şentürk über seiner Meinung nach regelrecht schädliche Auswirkungen von Fernsehserien-Drehbüchern geschrieben.

Es sei schädlich gegenüber der Institution Familie, wenn die Protagonistinnen äußerst populärer Fernsehserien als geschieden, alleinstehend oder in wilder Ehe lebend dargestellt würden, so der Soziologe. Der Wissenschaftler diagnostiziert in seinem Aufsatz eine Reihe gesellschaftlicher Phänomene, die er für schädlich hält. Es sind dies die Erhöhung der Scheidungsrate, wilde Ehen, gleichgeschlechtliche Ehen und ein erhöhtes Heiratsalter. Sein Rezept: Die Anpassung von Fernseh-Drehbüchern. In der Radikal äußern sich einige der bekanntesten Drehbuchautoren der Türkei über den Vorstoß Şentürks.

Eylem Canpolat und Sema Ergenekon:
“Wir schreiben nicht über moralische Vorbilder, sondern orientieren uns an dem, was ist. Keine der Personen oder Geschichten, über die wir schreiben, ist diesem Land fremd. Wir haben den Aufsatz als Reaktion darauf verstanden, dass die Frauen in unseren Drehbüchern so leben, wie sie es selbst für richtig halten.”

Gaye Boralıoğlu:
“Betrachten wir das Thema doch einmal anders herum. Alle Familien in den Serien sind glücklich, die Frauen sind trotz des auf sie ausgeübten Drucks still und schützen ihre Familie. Können sie sich vorstellen, wie realitätsfremd solch ein Szenario im Sinne Dr. Şentürks wäre?”

A. Haluk Ünal:
“Ich glaube nicht, dass die soziokulturelle Erscheinungsform ´Familie´ heilig sein kann. Der Autor, der das Gegenteil behauptet, schreibt dies nicht von einem realistischen, sondern von einem ideologischen Standpunkt heraus.”

Melek Özman (MEDIZ):
“Leider muss man den Eindruck gewinnen, dass das dem Ministerpräsidialamt untergeordnete Direktorat der Not, die Frauen erleiden und den Kampf, den sie führen, ablehnen.”

Nilgün Öneş:
“Es sind Frauen, die erniedrigt werden, weil sie Partnerschaften ohne Trauschein führe, nicht Männer. Neue Formen des Zusammenlebens zu ignorieren bedeutet, den Kopf wie ein Strauss in den Sand zu stecken. Wenn wir Moral und Anstand hinterfragen wollen, müssen wir dies auch bei Männern tun. Wenn diese Lebensformen schon Stoff für Fernsehserien geworden sind, ist es vielleicht an der Zeit, sie als neue Formen des Zusammenlebens zu akzeptieren.”

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Türkei kauft US-amerikanische Raketen

Die türkische Luftwaffe erwirbt von den USA 107 Luft-Luft-Raketen des Typs “Amraam” zu einem Preis von US$ 157 Mio.

Das Pentagon erklärte, dass mit der türkischen Luftwaffe eine Vereinbarung über den Verkauf von 107 Luft-Luft-Raketen des Typs “Amraam” (Advanced Medium Range Air-to-Air Missiles) geschlossen wurde. Die Türkei wird den USA hierfür US$ 157 Mio. zahlen. Sollte der US-amerikanische Senat dem Vorhaben nicht binnen zwei Wochen widersprechen, geht der Verkauf wie geplant über die Bühne.

Es ist geplant, dass türkische Kampfjets vom Typ F-16 mit diesen Raketen mittlerer Reichweite bestückt werden. Nach Angaben des Pentagon sei die hohe Kampfkraft der türkischen Armee und deren Ausstattung mit modernem Material im Interesse der USA.

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