Dienstag, 11. November 2008

Die Schweiz schenkt der Türkei den Tisch von Lausanne

Der amtierende schweizer Bundespräsident Pascal Couchepin hat der Türkei bei einem Staatsbesuch den Tisch geschenkt, auf dem am 24. Juli 1923 der Vertrag von Lausanne unterzeichnet wurde, der der Türkei die volle Souveränität über das von ihr beanspruchte Territorium einräumte.

Der Tisch wurde von Couchepin im Rahmen einer Zeremonie im staatlichen Museum für Malerei und Bildhauerei in Ankara übergeben. Couchepin wies in seiner Rede darauf hin, dass die Massivität des Tisches ein Sinnbild für die stabilen Beziehungen der Türkei zur Schweiz sei. Vor der offiziellen Übergabe an Staatspräsident Gül bat Couchepin darum, den Tisch noch einmal berühren zu dürfen.

Abdullah Gül wies seinerseits darauf hin, dass dieser Tisch das wichtigste Kapitel in der republikanischen Geschichte der Türkei repräsentiere. Das Geschenk werde ein wichtiges neues Kapitel in der schweizerisch-türkischen Geschichte bedeuten. Der Tisch werde nicht in einem Lager verschwinden, sondern auf eine ihm würdige Art und Weise ausgestellt und präsentiert werden.

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Erdogan boykottiert Journalisten

Das Presseamt des türkischen Ministerpräsidialamt hat die Akkreditierungen von sechs Journalisten, die sich seit geraumer Zeit auf die Berichterstattung über Ministerpräsident Erdogan konzentrierten, nicht verlängert.

Das beim türkischen Ministerpräsidialamt angesiedelte Presseamt hat nach Angaben von NTV bekannt gegeben, dass die Maßnahme, den sechs Journalisten eine weitere Akkreditierung zu versagen, nur gegen diese persönlich und nicht gegen die Medien, für die diese arbeiten gerichtet sei. Ein Begründung blieb die Behörde jedoch schuldig.

Die betroffenen Journalisten erfuhren von dem „Boykott“, als sie aufgefordert wurden, ihre Akkreditierungen verlängern zu lassen. Nach Abgabe der Anträge wurde ihnen mitgeteilt, dass ihrem Gesuch nicht statt gegeben werde. Von der Maßnahme sind Hasan Tüfekçi und Turan Yılmaz von der Hürriyet, Abdullah Karakuş von der Milliyet, Ali Ekber Ertürk von der Evrensel, Sultan Özer von der Akşam sowie Fatma Çözen vom Fernsehsender Star betroffen.

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Montag, 10. November 2008

Erdoğan geht auf Fehmi Koru los

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan hat mit großer Verärgerung auf Äußerungen des Autors Fehmi Koru reagiert, der für die islamisch-konservative Zeitung „Yeni Şafak“ schreibt.

Fehmi Koru hatte in einer Sendung des Senders NTV gesagt, dass der Amtsantritt der Regierung Erdoğan im jahr 2002 mit dem Wahlsieg Barack Obamas Ähnlichkeit gehabt habe. In beiden Fällen sei die Hoffnung auf Wandel die treibende Kraft hinter dem Erfolg gewesen. Die tatsächliche Bilanz der AKP-Regierung erinnere jedoch eher an die Bush-Administration.

Erdoğan reagierte mit großer Empörung auf diese Äußerungen und betonte, dass man weder Obama sei, noch Bush. Wie gewohnt ging der türkische Premier nicht inhaltlich auf die Vorwürfe Korus ein, sondern reagierte seinerseits mit Angriffen auf die Person Korus.

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Emre Aydın von MTV als „European Music Act“ geehrt

Der türkische Sänger Emre Aydın wurde in Liverpool mit dem European Music Award in der Kategorie „European Act“ geehrt.

Aydın setzte sich gegen Finley aus Italien und Shiri Marmon aus Italien durch. Der Preis, der Aydın im Rahmen der Preisverleihung in der Liverpooler Echo Arena übergeben wurde, wurde von The Rasmus und Tiziano Ferro präsentiert.

Als Aspirantin auf den Preis galt jedoch Leona Lewis, die leer ausging.

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Samstag, 8. November 2008

Dengir Mir Fırat gibt auf

Der stellvertretende AKP-Parteivorsitzende Dengir Mir Fırat, der sich mit dem CHP-Fraktionsvorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu ein Rededuell vor laufenden Kameras geliefert hatte, ist von seinen Ämtern zurückgetreten.

Dengir Mir Fırat hat ist nun aufgrund des Drucks der Parteiführung von seinen Ämtern zurückgetreten. Laut Radikal sei er jedoch bereit, jedes ihm angebotene Amt zu übernehmen. Schließlich sei er Parteimitglied, Abgeordneter und Gründungsmitglied der AKP.

Nachfolger Fırats wird der ehemalige Innenminister Abdülkadir Aksu. In Ankara wir derweil disktuiert, ob die Besetzung des exponierten Parteiamts mit dem kurdischstämmigen Aksu einen Wechsel in der Kurdenpolitik nach sich ziehen werde.

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Mittwoch, 5. November 2008

Zensur bei culturescapes?

Wie diverse Medien berichten, habe die Türkei Druck auf die Macher des Festivals „culturescapes“, dem größten türkisch geprägten Kulturevent in der Geschichte der Schweiz, ausgeübt. Der Film „Gitmek“ sowie fünf Essays seien aus dem Programm, bzw. dem Programmheft gestrichen worden.

Wie Kai Strittmatter, Türkei-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, auf bazonline schreibt, habe die Türkei die Macher des Festivals regelrecht „erpresst“. Die Türkei beteiligt sich mit € 400.000 an der Finanzierung des Festivals und habe zu verstehen gegeben, dass man die zugesagten Gelder zurückziehen werde, wenn man die anstössigen Werke nicht aus dem Programm streiche. Unter den fünf Essays befindet sich auch ein von Strittmatter selbst verfasster Artikel.

Nach Bekanntwerden der zensorischen Maßnahme habe Strittmatter beim türkischen Kulturministerium angerufen und mit dem Beamten Ibrahim Yazar über die Gründe dieses Verhaltens gesprochen. Yazar habe zum Ausdruck gebracht, dass die in dem Film thematisierte Liebe einer Türkin zu einem Nordiraker für sein Haus zur Zeit kein tragbares Sujet sei und bezeichnete den Sachverhalt gar als „unsympathisch“.

Unterdessen sendet das türkische Kultrministerium immer noch widersprüchliche Signale. So sagte Kulturminister Ertuğrul Günay noch gestern im Conrad Hotel, dass der Film sich nicht mehr im offiziellen Festivalprogramm befinde, aber dennoch auf dem Festival gezeigt werde. Am Vortag gab das Kulturministerium nach Angaben der Radikal jedoch eine schriftliche Erklärung heraus, auf der jede Intervention dementiert wurde. Der Film befinde sich nach wie vor im offiziellen Programm.

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Freitag, 31. Oktober 2008

20. Internationales Kurzfilmfestival Istanbul beginnt

Vom 5. bis zum 12. November 2008 findet das 20. Internationale Kurzfilmfestival Istanbul statt.

Gegründet 1988, hat sich das Kurzfilmfestival auch über die Türkei hinaus etabliert. In der achttägigen Veranstaltung wird eine große Bandbreite an nationalen und internationalen Kurzfilmen gezeigt.

Die Filme werden in Istanbul im Französischen Institut, im Italienischen Kulturzentrum und im Goethe Institut aufgeführt. Das Programm umfasst fiktionale, experimentelle und animierte Kurzfilme.

Detailliertere Informationen finden Sie hier.

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Entführtes Schiff auf Kurs nach Südafrika

Das vor zwei Tagen entführte Handelsschiff „M/V Yasa Neslihan“ befindet sich nach Angaben des Justiziars der YASA-Holding auf dem Kurs nach Südafrika.

Der Justiziar, des betroffenen Schiffsfahrtsunternehmen YASA-Holding, Fehmi Ülgener erklärte nach Angaben der Nachrichtenagentur „Anadolu Ajans“, dass das Schiff immer noch unter Kontrolle der Entführer sei, die NATO das Schiff aus der Ferne verfolge und es bisher keine Forderungen von Seiten der Entführer gäbe. „Wir werden von der NATO darüber informiert, wo sich das Schiff genau befindet. Bisher gibt es keinen konkreten Plan, dass Schiff aus der Gewalt der Entführer zu befreien. Bis dato konnte noch kein Kontakt zu den Entführern hergestellt werden und somit sind auch keine Forderungen von Seiten der Entführer bekannt“, so Ülgener.

Es wird davon ausgegangen, dass erst dann eine Verbindung zu den somalischen Seeräubern aufgebaut werden kann, wenn das Schiff ankert.

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Donnerstag, 30. Oktober 2008

Somalische Piraten kapern türkisches Schiff

Das Handelsschiff befand sich auf dem Weg von Kanada nach China als es gestern Mittag von somalischen Piraten im Golf von Aden entführt wurde.

Auf dem Massengutfrachter, der zum Zeitpunkt der Entführung 77.000 Tonnen Eisenerz geladen haben soll, befinden sich 20 Türken. Das Schiff ist Teil der YASA- Flotte, welche zu den drei größten Schiffsfahrtsunternehmen der Türkei zählt. Die YASA- Holding wiederum gehört zur Sabancı Holding, der zweitgrößten Industrie- und Finanzgruppe der Türkei. Inzwischen hat auch die YASA-Holding, durch ihren Anwalt Fehmi Ülgener zu der Entführung Stellung bezogen. „Bisher konnte weder Kontakt zu den Entführern noch zu der Besatzung des Schiffes hergestellt werden. Das Schiff befindet sich unter Kontrolle der Entführer. Unser Unternehmen tut alles, um das Leben der Besatzung zu schützen. Die Angehörigen der entführten Besatzung wurden bereits informiert. Jetzt können wir nur noch abwarten“, so Ülgener.

Auf Druck des türkischen Außenministeriums hat sich jetzt die NATO der Angelegenheit angenommen. Nach Angaben von CNN soll sich das Schiff gegenwärtig immer noch in somalischen Gewässern befinden.

Noch im Oktober hatte die Militärallianz NATO auf einem Verteidigungsministertreffen in Budapest ein härteres Vorgehen gegen die Seeräuber vor der somalischen Küste verkündet. Auch der Weltsicherheitsrat forderte Anfang Oktober in einer Resolution alle Staaten in der Region dazu auf mit Kriegsschiffen gegen die Piraten vorzugehen. Nach Angaben der radikal wurden seit Januar dieses Jahres insgesamt 73 Schiffe von somalischen Seeräubern angegriffen.

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Mittwoch, 29. Oktober 2008

EBWE investiert in der Türkei

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) plant bis zum Ende des Jahres 2010 $ 600 Millionen in die türkische Wirtschaft zu investieren.

In einer Pressemitteilung der Bank betont EBWE-Präsident Thomas Mirow die Bedeutung der Investitionen in die zweitgrößte Volkswirtschaft der EBWE-Region. “ Eine dynamische Marktwirtschaft, wie die der Türkei, bringt nicht nur Nutzen für die Menschen in der Türkei, sondern festigt ebenfalls andere Volkswirtschaften der EBWE-Region. Ein solcher Schritt sichert eine nachhaltige wirtschaftliche Zukunft für die Länder unserer Region und ist in Zeiten globaler ökonomischer Unsicherheit umso wichtiger“, so Mirow.

Die Entscheidung der EBWE unterstreicht somit die enorme geopolitische und geographische Relevanz der Türkei für den voranschreitenden Transformationsprozess in den Ländern des Balkan, Kaukasus und Zentralasiens, denn in diesen Regionen agiert die EBWE bereits. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen stehen im Fokus der Förderung. Außerdem soll verstärkt Wert darauf gelegt werden, dass Investitionen in wirtschaftlich benachteiligten Regionen des Landes erfolgen.

Die Türkei ist bereits seit 1991 Gründungsmitglied der EBWE und hat erstmals im April dieses Jahres einen Antrag bei der EBWE gestellt, den Status eines Empfängers von Investitionen zu erlangen.

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Dienstag, 28. Oktober 2008

Staatspräsident Gül lädt zur EU-Tagung

Staatspräsident Abdullah Gül empfängt heute in seiner Residenz in Çankaya Vertreter staatlicher Institutionen, um den aktuellen Stand der Entwicklungen in den Türkei-EU-Beziehungen zu besprechen.

Unter anderem werden nach Angaben der Cumhuriyet Außenminister Ali Babacan, Parlamentspräsident Köksal Toptan, der Staatsekretär des Außenministeriums Ertuğrul Apakan, Mitglieder des Vorstands der parlamentarischen EU-Anpassungskommission und weitere hochrangige Zuständige aus dem Außenministerium und dem Generalsekretariat für EU-Angelegenheiten an dem Treffen teilnehmen.
Nach Angaben von CNN-Türk sowie von NTV soll der diesjährige 85 Seiten umfassende Fortschrittsbericht der Europäischen Kommission, welcher offiziell am 5.November erscheint, in diesem Jahr nicht ganz so kritisch für die Türkei ausfallen. Insbesondere die geostrategische Bedeutung der Türkei für die EU soll nach den jüngsten Vorfällen im eurasischen Raum von der Europäischen Kommission neu überdacht worden sein. Wir dürfen gespannt sein.

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Samstag, 25. Oktober 2008

Blogspot-Sperre in der Türkei - So können Sie uns trotzdem lesen

Wie mittlerweile einige Leser des Türkeimonitor berichtet haben, ist der Zugriff auf unsere Seite aus der Türkei heraus seit gestern nicht mehr möglich. Der Grund: Die 1. Kammer des Strafgerichts in Diyarbakir hat in einem Urteil vom 20.10.2008 eine Sperre von blogspot.com und blogger.com verfügt.

Über die Hintergründe der Sperre ist noch nichts bekant, und so tappt auch die türkische Blogosphäre noch im Dunkeln. Der Türkeimonitor hat eine Anfrage an das türkische Justizuministerium gerichtet, um sich über den Grund der Sperre Klarheit zu verschaffen.

Derweil möchten wir unsere Leser in der Türkei darauf hinweisen, dass unsere Seite mittels eines Proxys abgerufen werden kann. Ein Netzwelt-Artikel gibt erste Tipps, wie dies funktioniert. Hier gibt es weitere Proxy-Listen.

Benutzer des Internet Explorer öffnen "Extras", "Internetoptionen", "Verbindungen" und dann "LAN-Einstellungen". Die beiden oberen Häkchen müssen entfernt werden und unten bei "Proxy-Server" beide Häkchen angeklickt werden. Dann die Adresse und den Port einpflegen, gegebenenfalls den Port freischalten.

Benutzer des Mozilla Firefox öffnen "Extras", "Einstellungen", und dann "Erweitert". Unter "Netzwerk" auf "Einstellungen" gehen und auf "Manuelle Proxy-Konfiguration" umstellen. Auch hier gegebenenfalls den Port freischalten.

Ein Blick auf "alexa.com" zeigt unterdessen den Stellenwert von blogger.com in der Türkei. So liegt der Google-Dienst in der Türkei an 9. Stelle der beliebtesten Seiten. Bei der Zahl der blogger.com-Nutzer nach Land liegt die Türkei auf Platz 11.

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Freitag, 24. Oktober 2008

Studenten gewaltsam an Protest gegen AKP gehindert

Studenten, die am belebten Istanbuler Taksim-Platz gegen die AKP protestieren wollten, wurden von der Polizei gewaltsam daran gehindert.

Wie die Milliyet berichtet, wollte eine Gruppe Studierender zunächst am Dankmal auf dem Taksim-Platz Plakate entrollen, um gegen die AKP zu demonstrieren. Die sofort einschreitende Polizei nahm die Studenten unverzüglich fest. Ein weitere Gruppe Studierender erklomm fast zeitgleich ein Bushäuschen am Taksim-Platz.

Die Polizei konnte hiergegen zunächst nichts ausrichten. Nach kurzer Zeit erklommen jedoch auch Polizisten das Bushäuschen und versuchten mit aller Gewalt, die Gruppe an ihrem Protest zu hindern. Als eine dritte Gruppe vor dem Atatürk Kulturzentrum wiederum Plakate entrollte und lautstark auf sich aufmerksam machte, konzentrierten sich die Einsatzkräfte in Windeseile auf diese Gruppe und nahm diese ebenfalls unverzüglich und ohne Angabe von Gründen fest.

Die Fotos demonstrieren die Härte, mit der die Polizei gegen die Demonstranten vorging.





(Quelle: Milliyet)

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Sammelband zu Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) hat einen neuen Sammelband zu dem Thema „Migration und Integration - Das Verhältnis von Minderheit und Mehrheit in Deutschland und der Türkei“ veröffentlicht. Dieser ist das Ergebnis einer internationalen Konferenz der KAS, welche am 29. und 30. November 2007 in Ankara stattfand.

Um die einzelnen Beiträge der Teilnehmer als PDF-Datei einzusehen, klicken Sie bitte auf deren Namen.

Eröffnung und Begrüßung


Jan SENKYR
Auslandsmitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung

Ass. Prof. Dr. Sedat LAÇİNER
Vorsitzender der Gesellschaft für Internationale Strategieforschungen, USAK

Der Minderheitenbegriff: Das Zusammenleben von Minderheit und Mehrheit in Deutschland und der Türkei


Ass. Prof. Dr. Mehmet ÖZCAN
Vorsitzender des Zentrums für EU-Forschungen Gesellschaft für Internationale Strategieforschungen, USAK

Prof. Dr. Mathias ROHE
Richter am Oberlandesgericht, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung, Universität Erlangen-Nürnberg

Türken in Deutschland und Deutsche in der Türkei – von Migrationshintergründen und Integrationsproblemen


Gülay KIZILOCAK
Stellvertreterin des Direktors, Zentrum für Türkeistudien, Essen

Prof. Dr. Ayhan KAYA
Abteilung Internationale Beziehungen und Politikwissenschaft, Istanbul Bilgi Universität

Prof. Dr. Halil İbrahim BAHAR
Vorsitzender des Zentrums für Soziale Forschungen, Gesellschaft für Internationale Strategieforschungen, USAK

Die Islamkonferenz in Deutschland – zur Situation von Muslimen und deren Integration


Bülent ARSLAN
Vorsitzender des Deutsch-Türkischen Forums, Unternehmer

Religionsunterricht als Teil der Religionsfreiheit in Deutschland und der Türkei


Dr. Günter SEUFERT
Korrespondent der Berliner Zeitung, ehem. Leiter des Orient-Instituts Istanbul

Prof. Dr. Recep KAYMAKCAN
Fakultät für Theologie, Universität Sakarya

Religiöse Minderheiten in der Türkei und in Deutschland am Beispiel der jüdischen Gemeinde in Deutschland


Stephan J. KRAMER
Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland am Beispiel der katholischen Kirche in der Türkei

Peter WEHR
Pater der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Istanbul

am Beispiel der jüdischen Gemeinde in der Türkei


Silvyo OVADYA
Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in der Türkei

am Beispiel der Kirche St. Thérèse


Dr. Felix KÖRNER
Jesuitenpater, Dialogbeauftragter der katholischen Kirche

Von Ausländern und Inländern – Rechtstatus in Deutschland und der Türkei


Ass. Prof. Dr. Bülent ÇİÇEKLİ
Dozent für Internationales Recht, Polizeiakademie Ankara

Dr. Vedat LAÇİNER
Technische Universität Yildiz

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Erdogans gewinnen Zivilklage gegen Journalisten

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und seine Frau Emine haben zwei Verfahren wegen Angriffen auf ihre Persönlichkeitsrechte gegen die Zeitung Radikal und ihre Autorin Perihan Mağden sowie die Zeitschrift Tempo und deren Reporter Cemal Subaşı gewonnen und erhalten nun eine Entschädigung von jeweils 5.000 YTL.

Erdogan hatte die Zeitung Radikal sowie deren Autorin Perihan Mağden wegen der Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte verklagt. Stein des Anstosses war Mağdens Kolumne vom 14. Februar 2008, in der sie fragte, ob der Ministerpräsident seine Arbeit auch liebt. Das Verfahren wurde vor dem 22. Zivilgericht in Ankara verhandelt. Die Richterin Suna Türe befand die Beklagten für schuldig, die Persönlichkeitsrechte des Ministerpräsidenten verletzt zu haben und verurteilte sie zu einer Entschädigungszahlung von 5.000 YTL. Erdogans Anwälte hatten eine Entschädigung in Höhe von 10.000 YTL gefordert.

Vor dem 10. Zivilgericht in Ankara wurde eine Klage von Emine Erdogan verhandelt, die sich durch einen Beitrag von Cemal Subaşı für die Zeitschrift Tempo in ihren Persönlichkeitsrechten angegriffen fühlte. Der Richter Selahattin Şimşek befand die Beklagten ebenfalls für schuldig und verfügte eine Entschädigungszahlung von 5.000 YTL zugunsten von Emine Erdogan. Auch ihre Anwälte hatten eine Entschädigung in Höhe von 10.000 YTL gefordert.

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Vorsicht Raki!

In Istanbul wurde eine Bande ausgehoben, die benutzte Rakiflaschen eingesammelt hat, um selber hergestellten Sprit darin abzufüllen. Der Fusel wurde an Nachtclubs und Restaurants verkauft.

Die Gendarmerie in Istanbul erhielt einen Hinweis, wonach eine Bande gezielt Rakiflaschen aus Altglasbeständen herausfischt, um in diese selber hergestellten Sprit abzufüllen und anschließend als echten Raki zu verkaufen. Im Zuge der Ermittlungen wurde der Bandenführer Ensar A. von der Gendarmerie beschattet. Nachdem der anfängliche Verdacht hinreichend erhärtet war, wurden Razzien in sechs Betrieben durchgeführt.

In einem Betrieb wurden die Flaschen gereinigt, in einem anderen wurde der vermeintliche Raki hergestellt, in dem nächsten wurden die Flaschen abgefüllt und in einem anderen wurden die Flaschen in Paketen verpackt. Bei der Razzia wurden Tausende Raki-Flaschen sowie Materialien und Gerätschaften zur Herstellung von Alkohol sichergestellt. Die Ermittlungen ergaben, dass die Bande die eigenen Erzeugnisse an diverse Nachtclubs und Restaurants verkaufte.

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Verfassungsrichter: Die AKP ist eine Gefahr für das System - und gehört verboten

Sechs Verfassungsrichter, die sich für ein Verbot der Regierungspartei AKP ausgesprochen hatten, haben ihre Forderungen nach einem Verbot der Partei bekräftigt und auf die von der AKP für das politische System der Türkei ausgehende Gefahr hingewiesen.

In der schriftlichen Begründung ihres Verbotsvotums gegen die AKP haben der stellvertretende Verfassungsgerichtspräsident Osman Paksüt und die Senatsmitglieder Fulya Kantarcıoğlu, Mehmet Erten, Necmi Özler, Şevket Apalak und Zehra Ayla Perktaş auf die von der AKP ausgehende Gefährdung des politischen Systems der Türkei hingewiesen. So schreiben die Juristen, dass die von der AKP ausgehende Gefahr für das demokratische Regime massive Dimensionen angenommen habe und dass diese Gefahr nicht durch eine finanzielle Sanktion allein eingedämmt werden könne. Das türkische Verfassungsgericht hatte im Zuge des Verbotsverfahrens verfügt, dass die AKP nicht mehr von der staatlichen Parteienfinanzierung profitieren darf.

Das höchste türkische Gericht hat zwar antilaizistische Tendenzen in der AKP registriert, konnte sich jedoch nicht zu dem Urteil durchringen, dass die Partei ein Zentrum antilaizistischer Bestrebungen sei, wie der Generalstaatsanwalt in seinem Verbotsantrag geltend machte. Die sechs Verfassungsrichter sind da jedoch anderer Meinung. Im Zuge einer Liberalisierung des Kopftuchs an Hochschulen habe die AKP offen gezeigt, dass sie die ideellen Grundlagen der Türkischen Republik manipulieren wolle.

So beziehe sich die AKP zwar auch auf den Laizismus, habe jedoch ein anderes Verständnis des Konzeptes der Trennung von Staat und Religion, was führende Politiker der AKP wiederholt in Interviews eingeräumt hätten.

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