Nachdem YouTube in der Nacht vom 17. auf den 18. Juni für kurze Zeit verfügbar war, ist die Seite wieder auf unbestimmte Zeit nicht aus der Türkei erreichbar.
Die Türkei gehört mit China, Südkorea und Thailand zu den einzigen Ländern der Erde, welche YouTube in ihrem Hoheitsbereich haben sperren lassen. Die Anzahl und Dauer der von türkischen Gerichten verfügten Sperrungen gegen YouTube und andere Internetseiten katapultieren die Türkei dabei an die Weltspitze dieser unrühmlichen Liste. Zwar helfen sich viele Nutzer mit dem Umweg eines Proxy-Dienstes aus, doch geht dies auf Kosten der Verbindungsgeschwindigkeit und somit der Qualität.
Heute treffen sich im türkischen Abant auf Einladung der Anwaltskammer Ankaras und turk.internet.com alle maßgeblich Beteiligten, um das Problem so umfassend wie möglich auszudiskutieren. Vertreter von YouTube.com werden als Beobachter teilnehmen. Die Tagung, an der Richter, Staats- und Rechtsanwälte, Gerichtssprecher, Vertreter des Kommunikationsministeriums und des Telekommunikationsrates sowie die Betreiber von Internetseiten, die verboten wurden oder von einem Verbot bedroht sind, teilnehmen, ist für zwei Tage angesetzt.
Dabei wird ein Schwerpunkt auf der Flexibilisierung des einschlägigen Gesetzes mit der Nummer 5651 liegen, welches den zuständigen Behörden kaum Spielraum für eine tolerante Auslegung gibt. Auch die mangelnde Möglichkeit eines Einspruchs sowie das im Gesetz vorgesehene totale Verbot anstatt einer einfachen Entfernung der anstössigen Inhalte sind Gegenstand der Kritik.
Osman Nihat Şen, der Direktor für Internetfragen des Telekommunikationsrates sagte, dass das Gesetz viel zu eilig beschlossen wurde und schleunigst angepasst werden müsse. Auch die Frage, ob eine Filterung des in der Türkei verfügbaren Internetangebots notwendig sei und auf welcher Ebene dies geschehen solle, seien latent unklare Fragen, die sich der Gesetzgeber offensichtlich nicht gestellt habe.
İhsan Cihan vom Kommunikationsministeriums bestätigte dies und wies darauf hin, dass sein Ministerium es für falsch halte, die Menschen wegen einer ungenauen Formulierung ihres Rechtes auf Information zu berauben. Während er die Schuld bei den Gerichten sah, verwiesen diese wiederum auf den Gesetzgeber. Mal sehen, wem das Parlament die Schuld zuschiebt...
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Donnerstag, 19. Juni 2008
Anzahl der Akademiker in der Türkei steigt weiter an
Der Oberste Rat für das Hochschulwesen (YÖK) hat 2008 die Anzahl der Studienplätze um ca. 30% auf 551.000 Studienplätze ausgeweitet. Als öffentlich-rechtliche Institution ist die YÖK die zentrale Instanz der türkischen Hochschullandschaft. Anders als in Deutschland entscheidet die „türkische Zentralstelle für Studentenvermittlung“ über die Hochschule und das Studienfach. Um das Kontigent vollständig ausschöpfen zu können wird dementsprechend die zu erreichende Mindestpunktzahl für die erste Aufnahmeprüfung von 160 auf 140 heruntergeschraubt. Die erste Aufnahmeprüfung berechtigt zu einem zweijährigen Studium. Hier wird der erste akademische Grad erreicht, welcher den Absolventen zu einer beruflichen Tätigkeit berechtigt. Um sein Studium noch weitere zwei Jahre fortsetzen zu dürfen ist es ebenfalls notwendig eine Mindestpunktzahl zu erreichen. Auch hier soll ab nächstem Jahr die Mindestpunktzahl nach unten korrigiert werden.
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Mittwoch, 18. Juni 2008
Ethnomarketing
Am 12. Juni 2008 fand in der Duisburger Mercator-Halle beim "NRW-Tag der türkisch-deutschen Wirtschaftsbegegnung" ein Fachforum zum Thema "Ethnomarketing im lokalen und bilateralen Kontext" statt.
Gäste der von Bülent Bora (Geshäftsführer KOM Media & Marketing GmbH) moderierten Runde waren Özkan Öztürk (Deutsche Post AG, Leiter Interkulturelles Marketing), Peter Dröge (Verlagsmanager Werner Media Group GmbH), Özcan Yamankilicoglu (Account Manager Hypo Vereinsbank) und Selda Özcana (Chefredakteurin Ethnomarketing.de).
Alle Anwesenden sprachen sich für eine Intensivierung dieses Marketingtools aus und betonten insbesondere den integrativen Beitrag, den dieses Instrument zu leisten vermöge. Der Türkeimonitor wird sich in den kommenden Wochen intensiv mit dem Thema Ethnomarketing auseinandersetzen und versuchen, den Hype um dieses Phänomen auf Substantielles hin abzuklopfen. Außerdem werden wir der Frage nachgehen, welchen Beitrag Ethnomarketing wirklich zum Dialog zwischen Deutschen und Türken leisten kann. mehr...
Gäste der von Bülent Bora (Geshäftsführer KOM Media & Marketing GmbH) moderierten Runde waren Özkan Öztürk (Deutsche Post AG, Leiter Interkulturelles Marketing), Peter Dröge (Verlagsmanager Werner Media Group GmbH), Özcan Yamankilicoglu (Account Manager Hypo Vereinsbank) und Selda Özcana (Chefredakteurin Ethnomarketing.de).
Alle Anwesenden sprachen sich für eine Intensivierung dieses Marketingtools aus und betonten insbesondere den integrativen Beitrag, den dieses Instrument zu leisten vermöge. Der Türkeimonitor wird sich in den kommenden Wochen intensiv mit dem Thema Ethnomarketing auseinandersetzen und versuchen, den Hype um dieses Phänomen auf Substantielles hin abzuklopfen. Außerdem werden wir der Frage nachgehen, welchen Beitrag Ethnomarketing wirklich zum Dialog zwischen Deutschen und Türken leisten kann. mehr...
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Ethnomarketing
Der türkische Putin ist kein Putin
Egemen Bağış, der stellvertretende Vorsitzende der AKP, sowie Efkan Ala, der Staatssekretär im Ministerpräsidialamt, haben den Artikel Michael Rubins im "Wall Street Journal" mit scharfen Worten verurteilt.
Beide Kommentare wurden ebenfalls im "Wall Street Journal" veröffentlicht. So schreibt Bağış, dass Erdogan kein Putin sei, sondern vielmehr die einzige Hoffnung Europas und Eurasiens für eine demokratische Türkei. Niemand außer den türkischen Wählern könne Premier Erdogan dazu auffordern, sein Amt zu verlassen. Der Artikel Rubins sei voller haltloser Anschuldigungen und Halbwahrheiten. Rubin habe schamlos mit Schlamm, der im Gewand des Journals verpackt sei, um sich geworfen.
Etwas weniger feurig fiel die Antwort von Staatssekretär Efka Ala aus, der sich immerhin die Mühe machte, die einzelnen von Rubin angesprochenen Kritikpunkte entkräften zu wollen. mehr...
Beide Kommentare wurden ebenfalls im "Wall Street Journal" veröffentlicht. So schreibt Bağış, dass Erdogan kein Putin sei, sondern vielmehr die einzige Hoffnung Europas und Eurasiens für eine demokratische Türkei. Niemand außer den türkischen Wählern könne Premier Erdogan dazu auffordern, sein Amt zu verlassen. Der Artikel Rubins sei voller haltloser Anschuldigungen und Halbwahrheiten. Rubin habe schamlos mit Schlamm, der im Gewand des Journals verpackt sei, um sich geworfen.
Etwas weniger feurig fiel die Antwort von Staatssekretär Efka Ala aus, der sich immerhin die Mühe machte, die einzelnen von Rubin angesprochenen Kritikpunkte entkräften zu wollen. mehr...
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Politik
Kekova muss gerettet werden
Die bei Erdbeben am Anfang des 2. Jh. v. Chr. untergegangenen Überreste des antiken Hafens von Kekova nahe Myra, in dem der Apostel Paulus auf seiner Reise nach Rom das Schiff wechselte, sind in einem sehr schlechten Zustand.
Der Fotoreporter Cem Özdel von der Agentur Anadolu Ajans hat eine Sondergenehmigung des Kulturministeriums erhalten, um den Zustand der unter Wasser liegenden historischen Stätten dokumentieren zu können. Auf den Fotos ist deutlich zu erkennen, dass die antike Hafenanlage Gefahr läuft, komplett mit Sediment bedeckt zu werden. Illegale Antikenjäger haben hunderte einst gut erhaltene Tongefässe zerschlagen. Durch die Strömung lagert sich auf den Unterwasserruinen ferner illegal entsorgter Müll von Booten und Schiffen ab.
Nun wird die Möglichkeit geprüft, die an bedeutsamen archäologischen Stätten reiche Region zum Nationalpark zu erklären. In der Umgebung Demres befindet sich neben den genannten antiken Stätten unter anderem die Basilika des Heiligen Nikolaus von Myra, dem Namensgeber des 6. Dezember, sowie bedeutende Nekropolen aus lykischer Zeit. mehr...
Der Fotoreporter Cem Özdel von der Agentur Anadolu Ajans hat eine Sondergenehmigung des Kulturministeriums erhalten, um den Zustand der unter Wasser liegenden historischen Stätten dokumentieren zu können. Auf den Fotos ist deutlich zu erkennen, dass die antike Hafenanlage Gefahr läuft, komplett mit Sediment bedeckt zu werden. Illegale Antikenjäger haben hunderte einst gut erhaltene Tongefässe zerschlagen. Durch die Strömung lagert sich auf den Unterwasserruinen ferner illegal entsorgter Müll von Booten und Schiffen ab.
Nun wird die Möglichkeit geprüft, die an bedeutsamen archäologischen Stätten reiche Region zum Nationalpark zu erklären. In der Umgebung Demres befindet sich neben den genannten antiken Stätten unter anderem die Basilika des Heiligen Nikolaus von Myra, dem Namensgeber des 6. Dezember, sowie bedeutende Nekropolen aus lykischer Zeit. mehr...
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Streikender Werftarbeiter entlassen
Der Arbeiter der RMK Werft Niyazi Tepeli ist wegen seiner Teilname an dem Warnstreik in Tuzla vom vergangenen Montag gestern fristlos entlassen worden.
Eine Gruppe von Gewerkschaftsaktivisten der Limter-İş protestierte heute vor der Werft und forderten die Verantwortlichen dazu auf, den Mann, der dafür demonstrierte, nicht bei der Arbeit sterben zu müssen, umgehend wieder einzustellen. mehr...
Eine Gruppe von Gewerkschaftsaktivisten der Limter-İş protestierte heute vor der Werft und forderten die Verantwortlichen dazu auf, den Mann, der dafür demonstrierte, nicht bei der Arbeit sterben zu müssen, umgehend wieder einzustellen. mehr...
Bülent Ersoy steht wegen eines Sprichwortes vor Gericht
Der transsexuelle türkische Sänger Bülent Ersoy steht wegen des Schürens antimilitärischer Ressentiments in der Bevölkerung vor Gericht.
Ersoy hatte während einer Fernsehsendung gesagt, dass er selbst seinen Sohn nicht zum Militärdienst schicken würde. Aufgrund dieser und ähnlicher Aussagen wird der Sänger nun vor der 18. Strafkammer des Gerichts im Istanbuler Stadtteil Bakırköy der Prozess gemacht. Nach der Ausstrahlung der entsprechenden Passage im Fernsehen haben zehn Personen bei der Generalstaatsanwaltschaft Anzeige gegen Ersoy erstattet. Am heutigen ersten Verhandlungstag wurden die Beschwerdeführer über die Gründe für ihre Anzeige befragt. Dabei sagte der Kläger Savaş Altay, dass er Anzeige erstattet habe, da ihm die territoriale Integrität der Türkei am Herzen liege.
Ersoy selbst war bei der Verhandlung nicht zugegen, da er, wie sein Management erklärte, einen seit langer Zeit geplanten Auftritt in Bodrum absolvieren müsse. Das Gericht verfügte, dass der Sänger beim nächsten Verhandlungstag notfalls mit Polizeigewalt vor Gericht gebracht werden solle.
Der Generalstaatanwalt von Bakırköy Ali Çakır sagte während der Beweisaufnahme, dass Ersoy als Künstler einen großen Einfluss auf die Menschen habe, und dass seine diesbezüglichen Aussagen zu einer Zeit, da das türkische Volk sehr sensibel sei, dem Ansehen der Türkischen Streitkräfte schadeten. Als Beleg für seine Behauptung führte Staatsanwalt Çakır das alte türkische Sprichwort "Her Türk asker doğar" (zu deutsch:" Jeder Türke wird als Soldat geboren") an, welches den Stellenwert des Militärs in der Türkei verdeutliche.
Die Aussagen Ersoys, der nach dem Putsch von 1980 ein mehrjähriges Auftrittsverbot erhielt, sollen nach dem Antrag des Staatsanwalts nicht im Rahmen der verfassungsrechtlich geschützten Meinungsfreiheit bewertet werden. mehr...
Ersoy hatte während einer Fernsehsendung gesagt, dass er selbst seinen Sohn nicht zum Militärdienst schicken würde. Aufgrund dieser und ähnlicher Aussagen wird der Sänger nun vor der 18. Strafkammer des Gerichts im Istanbuler Stadtteil Bakırköy der Prozess gemacht. Nach der Ausstrahlung der entsprechenden Passage im Fernsehen haben zehn Personen bei der Generalstaatsanwaltschaft Anzeige gegen Ersoy erstattet. Am heutigen ersten Verhandlungstag wurden die Beschwerdeführer über die Gründe für ihre Anzeige befragt. Dabei sagte der Kläger Savaş Altay, dass er Anzeige erstattet habe, da ihm die territoriale Integrität der Türkei am Herzen liege.
Ersoy selbst war bei der Verhandlung nicht zugegen, da er, wie sein Management erklärte, einen seit langer Zeit geplanten Auftritt in Bodrum absolvieren müsse. Das Gericht verfügte, dass der Sänger beim nächsten Verhandlungstag notfalls mit Polizeigewalt vor Gericht gebracht werden solle.
Der Generalstaatanwalt von Bakırköy Ali Çakır sagte während der Beweisaufnahme, dass Ersoy als Künstler einen großen Einfluss auf die Menschen habe, und dass seine diesbezüglichen Aussagen zu einer Zeit, da das türkische Volk sehr sensibel sei, dem Ansehen der Türkischen Streitkräfte schadeten. Als Beleg für seine Behauptung führte Staatsanwalt Çakır das alte türkische Sprichwort "Her Türk asker doğar" (zu deutsch:" Jeder Türke wird als Soldat geboren") an, welches den Stellenwert des Militärs in der Türkei verdeutliche.
Die Aussagen Ersoys, der nach dem Putsch von 1980 ein mehrjähriges Auftrittsverbot erhielt, sollen nach dem Antrag des Staatsanwalts nicht im Rahmen der verfassungsrechtlich geschützten Meinungsfreiheit bewertet werden. mehr...
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"Nuri İyem"-Preis für Malerei
Die Galerie Evin hat den diesjährigen "Nuri İyem"-Preis für Malerei ausgelobt. Der Preis ist nach dem 2005 verstorbenen Großmeister der türkischen Malerei Nuri Iyem benannt.
Wie die Galerie Evin mitteilte, haben sich an dem Wettbewerb 308 Künstler im Alter zwischen 20 und 78 Jahren mit insgesamt 464 Werken beworben. Die aus Prof. Rahmi Aksungur, Sema Çağa, Prof. Neşe Erdok, Mehmet Ergüven, Prof. Dr. Turan Erol, Prof. Dr. Adem Genç, Prof. Dr. Zeynep İnankur, Ümit İyem, Prof. Mehmet Özer, İrfan Önürmen und Feyyaz Yaman bestehende Jury hat am 14. Juni einstimmig entschieden, den ersten Preis gleichberechtigt an Ünsal Bahtiyar, Barış Cihanoğlu, Soner Çakmak, Mustafa Duymaz, Huri Kiriş und Zeynep Özdemir zu vergeben. Die Preisverleihung findet am 1. Juli in der Galerie Evin statt, in der vom 1. bis 15. Juli insgesamt 27 Werke, die zur Teilnahme am Wettbewerb eingereicht wurden, bewundert werden können. mehr...
Wie die Galerie Evin mitteilte, haben sich an dem Wettbewerb 308 Künstler im Alter zwischen 20 und 78 Jahren mit insgesamt 464 Werken beworben. Die aus Prof. Rahmi Aksungur, Sema Çağa, Prof. Neşe Erdok, Mehmet Ergüven, Prof. Dr. Turan Erol, Prof. Dr. Adem Genç, Prof. Dr. Zeynep İnankur, Ümit İyem, Prof. Mehmet Özer, İrfan Önürmen und Feyyaz Yaman bestehende Jury hat am 14. Juni einstimmig entschieden, den ersten Preis gleichberechtigt an Ünsal Bahtiyar, Barış Cihanoğlu, Soner Çakmak, Mustafa Duymaz, Huri Kiriş und Zeynep Özdemir zu vergeben. Die Preisverleihung findet am 1. Juli in der Galerie Evin statt, in der vom 1. bis 15. Juli insgesamt 27 Werke, die zur Teilnahme am Wettbewerb eingereicht wurden, bewundert werden können. mehr...
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Kultur / Kunst
Güler Sabancı ist erstes weibliches ERT-Mitglied
Die Vorstandsvorsitzende des türkischen Mischkonzerns Sabancı Holding, Frau Güler Sabancı , ist das erste weibliche Mitglied der Vereinigung "European Round Table of Industrialists" (ERT).
Der 1983 gegründeten Vereinigung gehören die CEOs der größten europäischen Industriekonzerne an, darunter sind Volkswagen, BP, Royal Dutch Shell, Solvay und Siemens. Den Vorsitz hält Nokia-CEO Jorma Ollila. Aus der Türkei ist bereits der Chef der Eczacıbaşı-Holding Bülent Eczacıbaşı Mitglied. In die Vereinigung kann man nur auf die Einladung eines Mitgliedes hin eintreten. Die in Brüssel befindliche ERT gilt als Interessenvertretung der Superlative. mehr...
Der 1983 gegründeten Vereinigung gehören die CEOs der größten europäischen Industriekonzerne an, darunter sind Volkswagen, BP, Royal Dutch Shell, Solvay und Siemens. Den Vorsitz hält Nokia-CEO Jorma Ollila. Aus der Türkei ist bereits der Chef der Eczacıbaşı-Holding Bülent Eczacıbaşı Mitglied. In die Vereinigung kann man nur auf die Einladung eines Mitgliedes hin eintreten. Die in Brüssel befindliche ERT gilt als Interessenvertretung der Superlative. mehr...
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Politik,
Wirtschaft
The Times: OYAK beunruhigt Brüssel
Wie die Londoner Times heute berichtet, ist der Pensionsfonds der türkischen Armee OYAK, der sich zum veritablen Mischkonzern gemausert hat, Brüssel ein Dorn im Auge.
In Brüssel werden heute mit den Bereichen "Unternehmensrecht" und "Geistiges Eigentum" zwei weitere Verhandlungskapitel zwischen der Türkei und der EU eröffnet. So wenig die politische und kulturelle Destination der Türkei auch feststehen mag, der Platz unter den stärksten europäischen Volkswirtschaften ist ihr sicher.
Insbesondere der Armee-Pensionsfonds OYAK steht strahlend dar. So hat ArcelorMittel vor wenigen Tagen seinen Anteil an dem größten türkischen Stahlproduzenten Erdemir auf 25% fast verdoppelt. Noch vor der Fusion von Arcelor und Mittal haben die ehedem getrennten Unternehmen jeweils Übernahmeangebote für Erdemir abgegeben. Den Zuschlag erhielt die OYAK-Holding für ihr aggressives Angebot von US$ 3 Mrd. Auch nach der Wirtschaftskrise im Jahr 2001 verhielt sich die Holding clever und kaufte eine bankrotte Bank für ganze US$ $36.000. Nach Investitionen von US$ 750 Mio. wurde das zwischenzeitlich in "OYAK-Bank" umgetaufte Kreditinstitut für US$ 2,7 Mrd. an die ING verkauft.
Nach Angaben der Times hat OYAK im letzten Jahr einen Reingewinn von US$ 2,3 Mrd. verbuchen können, verfügt über Kapitalreserven von US$ 3,5 Mrd. und hält die Aktienmehrheit an über 30 Unternehmen. Mit dieser prall gefüllten Kriegskasse will OYAK-CEO Coskun Ulusoy nun in Europa und den USA auf Einkaufstour gehen, vorzugsweise im Bereich Infrastruktur, in dem die Holding sich gut auskennt. So betreibt der Konzern in Deutschland gemeinsam mit der STEAG den Energieerzeuger "Evonik", an dem die Türken 49% halten.
So gesund die wirtschaftliche Lage aussehen mag, so angespannt sind die Brüsseler Verantwortlichen, wenn es um OYAK geht. Manche sprächen gar von einem verlängerten Arm der Türkischen Streitkräfte. In der Tat sind die türkischen Offiziere dazu verpflichtet, 10% ihres Einkommens an die 1961 gegründete OYAK abzugeben, um später von den Pensionsleistungen profitieren zu können. Coskun Ulusoy hingegen meint, dass das von ihm geführte Unternehmen ausschließlich im wirtschaftlichen Interesse seiner Eigner agiere. Dass diese nun einmal Offiziere seien, sei nicht weiter von Belang. mehr...
In Brüssel werden heute mit den Bereichen "Unternehmensrecht" und "Geistiges Eigentum" zwei weitere Verhandlungskapitel zwischen der Türkei und der EU eröffnet. So wenig die politische und kulturelle Destination der Türkei auch feststehen mag, der Platz unter den stärksten europäischen Volkswirtschaften ist ihr sicher.
Insbesondere der Armee-Pensionsfonds OYAK steht strahlend dar. So hat ArcelorMittel vor wenigen Tagen seinen Anteil an dem größten türkischen Stahlproduzenten Erdemir auf 25% fast verdoppelt. Noch vor der Fusion von Arcelor und Mittal haben die ehedem getrennten Unternehmen jeweils Übernahmeangebote für Erdemir abgegeben. Den Zuschlag erhielt die OYAK-Holding für ihr aggressives Angebot von US$ 3 Mrd. Auch nach der Wirtschaftskrise im Jahr 2001 verhielt sich die Holding clever und kaufte eine bankrotte Bank für ganze US$ $36.000. Nach Investitionen von US$ 750 Mio. wurde das zwischenzeitlich in "OYAK-Bank" umgetaufte Kreditinstitut für US$ 2,7 Mrd. an die ING verkauft.
Nach Angaben der Times hat OYAK im letzten Jahr einen Reingewinn von US$ 2,3 Mrd. verbuchen können, verfügt über Kapitalreserven von US$ 3,5 Mrd. und hält die Aktienmehrheit an über 30 Unternehmen. Mit dieser prall gefüllten Kriegskasse will OYAK-CEO Coskun Ulusoy nun in Europa und den USA auf Einkaufstour gehen, vorzugsweise im Bereich Infrastruktur, in dem die Holding sich gut auskennt. So betreibt der Konzern in Deutschland gemeinsam mit der STEAG den Energieerzeuger "Evonik", an dem die Türken 49% halten.
So gesund die wirtschaftliche Lage aussehen mag, so angespannt sind die Brüsseler Verantwortlichen, wenn es um OYAK geht. Manche sprächen gar von einem verlängerten Arm der Türkischen Streitkräfte. In der Tat sind die türkischen Offiziere dazu verpflichtet, 10% ihres Einkommens an die 1961 gegründete OYAK abzugeben, um später von den Pensionsleistungen profitieren zu können. Coskun Ulusoy hingegen meint, dass das von ihm geführte Unternehmen ausschließlich im wirtschaftlichen Interesse seiner Eigner agiere. Dass diese nun einmal Offiziere seien, sei nicht weiter von Belang. mehr...
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YouTube läuft!
Seit gestern nacht ist YouTube wieder von der Türkei aus verfügbar. Die Videoplattform verzeichnet täglich ca. 1,5 Mio. Besuche aus der Türkei.
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Dienstag, 17. Juni 2008
Erdogans Fussball-Trick
Ministerpräsident Erdogan ist im Zuge der Vorbereitungen seiner Partei für die Kommunalwahlen im März 2009 fest entschlossen, auch in Izmir zu gewinnen.
Nun hat er einen entscheidenden Schritt seiner Strategie entblößt. So soll die Stadt einen Fussballclub erhalten, der in der ersten türkischen Liga, der Süperlig, spielt. Insbesondere deutsche Leser werden sich jetzt fragen, ob so etwas nicht auf dem sportlichen Wege entschieden wird. Damit haben sie - wie in der Türkei so oft - nur teilweise Recht.
In der Süperlig spielen in der nächsten Saison mit Ankaraspor und İstanbul B.Şehir Belediyespor gleich zwei Vereine, die örtlichen Stadtverwaltungen gehören. Nun hat Erdogan einer Meldung der Zeitung "Vatan" zufolge engen Mitarbeitern mitgeteilt, wie er sich die Zukunft des türkischen Fussballs vorstellt und gleichzeitig in Izmir die Wahlen gewinnen will.
Die Stadtverwaltungen sollten sich eigentlich aus dem professionellen Fussball zurückziehen. So wollte der Bürgermeister von Ankara den verwaltungseigenen Club Ankaraspor vor geraumer Zeit verkaufen. Als Preis lancierte er in den Medien 30 Mio. YTL. Wie bekannt wurde, ist Erdogan entschieden gegen diese Idee und möchte vielmehr, dass Ankaraspor sein Recht auf die Spielberechtigung in der Süperlig an den Verien Göztepe aus Izmir abgibt. Dazu ist lediglich eine außerordentliche Versammlung nötig, auf der Ankaraspor offiziell angibt, numehr für Göztepe spielen zu wollen.
Auch den Istanbuler Stadtteil Kasımpaşa, indem Erdogan geboren wurde und aufwuchs, möchte der umtriebige Premier auf ähnliche Art begünstigen. So soll İstanbul B.Şehir Belediyespor mit dem gleichen Manöver wie Ankaraspor mit Kasımpaşaspor fusionieren, um in der nächsten Saison als Kasımpaşaspor aufzutreten. mehr...
Nun hat er einen entscheidenden Schritt seiner Strategie entblößt. So soll die Stadt einen Fussballclub erhalten, der in der ersten türkischen Liga, der Süperlig, spielt. Insbesondere deutsche Leser werden sich jetzt fragen, ob so etwas nicht auf dem sportlichen Wege entschieden wird. Damit haben sie - wie in der Türkei so oft - nur teilweise Recht.
In der Süperlig spielen in der nächsten Saison mit Ankaraspor und İstanbul B.Şehir Belediyespor gleich zwei Vereine, die örtlichen Stadtverwaltungen gehören. Nun hat Erdogan einer Meldung der Zeitung "Vatan" zufolge engen Mitarbeitern mitgeteilt, wie er sich die Zukunft des türkischen Fussballs vorstellt und gleichzeitig in Izmir die Wahlen gewinnen will.
Die Stadtverwaltungen sollten sich eigentlich aus dem professionellen Fussball zurückziehen. So wollte der Bürgermeister von Ankara den verwaltungseigenen Club Ankaraspor vor geraumer Zeit verkaufen. Als Preis lancierte er in den Medien 30 Mio. YTL. Wie bekannt wurde, ist Erdogan entschieden gegen diese Idee und möchte vielmehr, dass Ankaraspor sein Recht auf die Spielberechtigung in der Süperlig an den Verien Göztepe aus Izmir abgibt. Dazu ist lediglich eine außerordentliche Versammlung nötig, auf der Ankaraspor offiziell angibt, numehr für Göztepe spielen zu wollen.
Auch den Istanbuler Stadtteil Kasımpaşa, indem Erdogan geboren wurde und aufwuchs, möchte der umtriebige Premier auf ähnliche Art begünstigen. So soll İstanbul B.Şehir Belediyespor mit dem gleichen Manöver wie Ankaraspor mit Kasımpaşaspor fusionieren, um in der nächsten Saison als Kasımpaşaspor aufzutreten. mehr...
Izmir ist modern, aber ohne Bühne
Tadatsugu Sasaki, der Gründer und Leiter des Tokioter Ballets, hat nach dem Auftritt seines Ensembles beim "Internationalen Kunst- und Kulturfestival Izmir" gesagt, dass Izmir eine moderne, westliche Stadt sei, die ihr europäisches Gesicht zeige, sobald man am Flughafen ankomme.
Allerdings sei es schade, dass eine Stadt, die über eine so moderne Infrastrukt verfüge, den Einwohnern Izmirs keine eigene Bühne für die Darstellenden Künste biete. Das Tokioter Ballet zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass es neben den Klassikern auch neo-klassische Werke sowie eigens für das Ensemble verfasste Kompsitionen tanzt.
Im Rahmen des Festivals in Izmir tanzte die Formation ein Werk von Maurice Bejart, an dem es die Exklusivrechte besitzt. Die Aufführung fand auf der Open-Air-Bühne auf dem Messeglände statt. mehr...
Allerdings sei es schade, dass eine Stadt, die über eine so moderne Infrastrukt verfüge, den Einwohnern Izmirs keine eigene Bühne für die Darstellenden Künste biete. Das Tokioter Ballet zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass es neben den Klassikern auch neo-klassische Werke sowie eigens für das Ensemble verfasste Kompsitionen tanzt.
Im Rahmen des Festivals in Izmir tanzte die Formation ein Werk von Maurice Bejart, an dem es die Exklusivrechte besitzt. Die Aufführung fand auf der Open-Air-Bühne auf dem Messeglände statt. mehr...
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Kultur / Kunst
DocumentarIst - Dokumentarfilmfestival in Istanbul
Vom 8.-13. Juli findet in Istanbul erstmalig das Dokumentarfilmfestival "DocumentarIst" statt.
Die Veranstaltung im Französischen Kulturzentrum wird vom Avrasya Kunstkollektiv veranstaltet und vom Französischen Kulturzentrum, der Bosporus Universität, dem British Council, GarajIstanbul, der Istanbuler Stadtverwaltung und dem Verband der Filmkritiker SIYAD unterstützt.
Als besonderes Highlight werden die im Rahmen des "Hot Docs"-Festivals, welches vom Verantwortlichen für Dokumentationen der BBC, Nick Fraser, veranstaltet wird, in verschiedenen Sparten ausgezeichneten Dokumentationen dem türkischen Publikum präsentiert.
Hier eine kleine Auswahl der präsentierten Dokus:
Die lyrische Dokumentation "Alguna Tristeza" des Peruaners Juan Alejandro Ramirez, der beim "San Diego International Film Festival" als bester experimenteller Film ausgezeichnet wurde.
"The Monastery-Mr. Vig and The Nun", der u.a. beim Amsterdemer Dokumentarfilm-Festival den "Joris Ivens"-Preis erhielt und in Chicago den "Großen Preis" erhielt und als einer der erfolgreichsten Dokumentarfilme der vergangenen Jahre gilt.
"To See, If I´m Smiling" des israelischen Regisseurs Tamar Yalom, der beim Amsterdemer Dokumentarfilm-Festival den "Silver Wolf"-Preis und den Zuschauerpeis erhielt, sowie beim Hot Docs den besonderren "Preis der Jury".
"Quien Soy Yo" von Estela Bravo aus Kuba, der beim "Havana Film Festival" gleich drei Preise abräumte.
"M" von Nicolas Prividera, der beim "Mar Del Plata Film Festival" die Preise "FIPRESCI" und "Ernsesto Ché Guevara" erhielt.
"Black Sun", der bei den "Independent British Film Awards" als beste Dokumentation ausgezeichnet wurde und mit einer aufregend anderen Ästhetik daherkommt.
"Pleas Vote For Me", der für die Reihe "Why Democracy?" der BBC produziert wurde, und beim "Silverdocs Film Festival" den "Sterling Film"-Preis gewann.
Beim Festival soll ferner eine Sektion mit in der Türkei produzierten Dokumentationen Auskunft über den Stand der türkischen Szene geben. mehr...
Die Veranstaltung im Französischen Kulturzentrum wird vom Avrasya Kunstkollektiv veranstaltet und vom Französischen Kulturzentrum, der Bosporus Universität, dem British Council, GarajIstanbul, der Istanbuler Stadtverwaltung und dem Verband der Filmkritiker SIYAD unterstützt.
Als besonderes Highlight werden die im Rahmen des "Hot Docs"-Festivals, welches vom Verantwortlichen für Dokumentationen der BBC, Nick Fraser, veranstaltet wird, in verschiedenen Sparten ausgezeichneten Dokumentationen dem türkischen Publikum präsentiert.
Hier eine kleine Auswahl der präsentierten Dokus:
Die lyrische Dokumentation "Alguna Tristeza" des Peruaners Juan Alejandro Ramirez, der beim "San Diego International Film Festival" als bester experimenteller Film ausgezeichnet wurde.
"The Monastery-Mr. Vig and The Nun", der u.a. beim Amsterdemer Dokumentarfilm-Festival den "Joris Ivens"-Preis erhielt und in Chicago den "Großen Preis" erhielt und als einer der erfolgreichsten Dokumentarfilme der vergangenen Jahre gilt.
"To See, If I´m Smiling" des israelischen Regisseurs Tamar Yalom, der beim Amsterdemer Dokumentarfilm-Festival den "Silver Wolf"-Preis und den Zuschauerpeis erhielt, sowie beim Hot Docs den besonderren "Preis der Jury".
"Quien Soy Yo" von Estela Bravo aus Kuba, der beim "Havana Film Festival" gleich drei Preise abräumte.
"M" von Nicolas Prividera, der beim "Mar Del Plata Film Festival" die Preise "FIPRESCI" und "Ernsesto Ché Guevara" erhielt.
"Black Sun", der bei den "Independent British Film Awards" als beste Dokumentation ausgezeichnet wurde und mit einer aufregend anderen Ästhetik daherkommt.
"Pleas Vote For Me", der für die Reihe "Why Democracy?" der BBC produziert wurde, und beim "Silverdocs Film Festival" den "Sterling Film"-Preis gewann.
Beim Festival soll ferner eine Sektion mit in der Türkei produzierten Dokumentationen Auskunft über den Stand der türkischen Szene geben. mehr...
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Kultur / Kunst
Erdogans Verteidigungsschrift für das Verfassungsgericht liegt vor
Ministerpräsident Erdogan hat dem Verfassungsgericht seine 152-seitige Verteidigungsschrift zukommen lassen. Leser, die des Türkischen mächtig sind, können das Dokument in voller Länge hier einsehen.
Der Grundtenor der Verteidigung ist der, dass 60 der 61 vorgebrachten Vorwürfe Meinungsäußerungen gegenüber Medien seien. Somit fielen diese Äußerungen unter die in der Verfassung verankerte Meinungsfreiheit. Nach Absatz 6 des 69. Artikels der Verfassung sei es nur unter sehr engen und genau einzugrenzenden Bedingungen möglich, eine politische Partei aufgund der Aktivitäten einzelner Mitglieder zu schließen. Diese Bedingungen seien nicht gegeben. Ferner beziehe sich der Generalstaatsanwalt auf Berichte und Interviews in ausländischen Medien, als Beweismittel fänden sich jedoch nur türkische Meta-Berichte über diese Meldungen und keine Übersetzungen der Originalbeiträge.
Der Ministerpräsident habe sich bezüglich des Vorwurfs, die AKP sei zum Zentrum antilaizistischer Kräfte geworden, nichts zu Schulden kommen lassen. mehr...
Der Grundtenor der Verteidigung ist der, dass 60 der 61 vorgebrachten Vorwürfe Meinungsäußerungen gegenüber Medien seien. Somit fielen diese Äußerungen unter die in der Verfassung verankerte Meinungsfreiheit. Nach Absatz 6 des 69. Artikels der Verfassung sei es nur unter sehr engen und genau einzugrenzenden Bedingungen möglich, eine politische Partei aufgund der Aktivitäten einzelner Mitglieder zu schließen. Diese Bedingungen seien nicht gegeben. Ferner beziehe sich der Generalstaatsanwalt auf Berichte und Interviews in ausländischen Medien, als Beweismittel fänden sich jedoch nur türkische Meta-Berichte über diese Meldungen und keine Übersetzungen der Originalbeiträge.
Der Ministerpräsident habe sich bezüglich des Vorwurfs, die AKP sei zum Zentrum antilaizistischer Kräfte geworden, nichts zu Schulden kommen lassen. mehr...
Neues türkisches Datenschutzgesetz
Im Zuge der Harmonisierung des türkischen Rechtsbestandes mit dem Acquis Communautaire, dem gemeinschaftlichen Besitzstand der Europäischen Union, wird in der Türkei über ein neues Datenschutzgesetz verhandelt.
Das als Gesetzesentwurf vorliegende Datenschutzgesetz schreibt eine strikte Kontrolle der persönlichen Daten vor, und bündelt erstmals die Datenschutzvorschriften im privaten und öffentlichen Sektor unter den selben Bestimmungen. So gibt es nunmehr detaillierte Vorschriften, wie mit welchen Daten von wem umgegangen werden soll. Als oberstes Kontrollorgan sieht der Entwurf eine siebenköpfige Datenschutzkommission vor, die vom Kabinett bestimmt und gewählt werden soll.
Die Gendarmerie hat in einer schriftlichen Erklärung Änderungswünsche an der Gesetzesvorlage angemeldet. Insbesondere die Abhängigkeit des Kontrollgremiums von der aktuellen politischen Führung bereitet der militärischen Polizeikraft Bedenken. So begünstige die gegenwärtig vorgesehen Regelung eine Verkaderung des Gremiums. Als Alternative schlägt die Gendarmerie-Führung vor, die einzelnen Mitglieder aus ihren angestammten Berufsgremien heraus bestimmen zu lassen, so z.B. die Juristen vom Türkischen Hochschulrat YÖK. Leider ist auch dieses Gremium schon längst in der Verkaderung begriffen.
Durch die strikteren Vorgaben für die Weitergabe und Verarbeitung persönlicher Daten sieht sich die Gendarmerie insbesondere in ihrer Aufgabe behindert, Straftaten zu vereiteln und fordert weitreichende Vollmachten in diesem Bereich. Es wird erwartet, dass auch die regulären Polizeikräfte sowie der Geheimdienst Ansprüche anmelden werden. mehr...
Das als Gesetzesentwurf vorliegende Datenschutzgesetz schreibt eine strikte Kontrolle der persönlichen Daten vor, und bündelt erstmals die Datenschutzvorschriften im privaten und öffentlichen Sektor unter den selben Bestimmungen. So gibt es nunmehr detaillierte Vorschriften, wie mit welchen Daten von wem umgegangen werden soll. Als oberstes Kontrollorgan sieht der Entwurf eine siebenköpfige Datenschutzkommission vor, die vom Kabinett bestimmt und gewählt werden soll.
Die Gendarmerie hat in einer schriftlichen Erklärung Änderungswünsche an der Gesetzesvorlage angemeldet. Insbesondere die Abhängigkeit des Kontrollgremiums von der aktuellen politischen Führung bereitet der militärischen Polizeikraft Bedenken. So begünstige die gegenwärtig vorgesehen Regelung eine Verkaderung des Gremiums. Als Alternative schlägt die Gendarmerie-Führung vor, die einzelnen Mitglieder aus ihren angestammten Berufsgremien heraus bestimmen zu lassen, so z.B. die Juristen vom Türkischen Hochschulrat YÖK. Leider ist auch dieses Gremium schon längst in der Verkaderung begriffen.
Durch die strikteren Vorgaben für die Weitergabe und Verarbeitung persönlicher Daten sieht sich die Gendarmerie insbesondere in ihrer Aufgabe behindert, Straftaten zu vereiteln und fordert weitreichende Vollmachten in diesem Bereich. Es wird erwartet, dass auch die regulären Polizeikräfte sowie der Geheimdienst Ansprüche anmelden werden. mehr...
Rien Pina Plus - In Pina geht nichts mehr
Die am 5. Mai angekündigte harte Hand des Staates gegen die MNG Holding, die auf der Pina-Halbinsel ein 1200-Betten-Resort baut, und den Aushub einfach an der unter Naturschutz stehenden Küste entsorgt, gerät immer mehr zur Farce.
Wie nun bekannt wurde, haben sowohl das Finanz-, als auch das Tourismusministerium der Bausparte der Holding eine Vorerlaubnis ausgestellt, die gleichbedeutend mit einem "Weiter so!" ist. Nur zur Erinnerung: Am 5. Mai hatte der stellvertretende Gouverneur von Muğla Mehmet Hulusi Kaya noch gesagt, dass man die Firma ultimativ zur Wiederherstellung der ursprünglichen Küstenlinie aufgefordert habe und ein Bußgeld in Höhe von 46.500 YTL ausgesprochen habe. Direkt nach Bekanntwerden des Skandals erhielt die MNG Holding vom Regionalpräsidium und dem örtlichen Direktorat für den Tourismus eine Auszeichnung für Verdienste um den Fremdenverkehr. Den Preis nahm Sinan Karaağaçlı, der Leiter der Bausparte, entgegen, der mit den Worten zitiert wurde, dass man eine große Firma sei und die notwendigen Genehmigungen so oder so erhalten werde.
Die örtlichen Umweltschutzverbände verstehen die Welt nicht mehr.
Der Sprecher der Umweltorganisation "Umweltkrieger" Murat Çetinbaş sagte, dass ihm unverständlich sei, warum man einer Firma, die gegen fast alle denkbaren Umweltschutzauflagen und damit zusammen hängende gesetzliche Bestimmungen verstosse, die Möglichkeit einräume, ihre Aktivitäten zu legalisieren.
Der stellvertretende Vorsitzende der Jagd- und Naturschutzstiftung Süha Umar sagte, dass man zutiefst verletzt sei, da mit der Vorerlaubnis ein Unternehmen ausgezeichnet worden sei, bezüglich dessen man eigentlich mit einer Bestrafung gerechnet habe. Das in Pina Geschehende sei von einer weltweit gültigen Hässlichkeit.
Der Vorsitzende der Bodrumer Seehandelskammer Gündüz Nalbantoğlu sagte, dass ein Boot, welches eine Plastiktüte mit Müll im Meer ablade 5.000 YTl Strafe erhalte. Nun erlebe man einen Fall, in dem ein Unternehmen tausende Tonnen Aushub und Abraum einfach so im Meer versenke, richtiggehend witzige Geldstrafen erhalte, und mit einer Vorerlaubnis auch noch belohnt werde.
Alle Beteiligten scheinen, frei nach "Blood Diamond", eines Vergessen zu haben:
T I T...This Is Turkey! mehr...
Wie nun bekannt wurde, haben sowohl das Finanz-, als auch das Tourismusministerium der Bausparte der Holding eine Vorerlaubnis ausgestellt, die gleichbedeutend mit einem "Weiter so!" ist. Nur zur Erinnerung: Am 5. Mai hatte der stellvertretende Gouverneur von Muğla Mehmet Hulusi Kaya noch gesagt, dass man die Firma ultimativ zur Wiederherstellung der ursprünglichen Küstenlinie aufgefordert habe und ein Bußgeld in Höhe von 46.500 YTL ausgesprochen habe. Direkt nach Bekanntwerden des Skandals erhielt die MNG Holding vom Regionalpräsidium und dem örtlichen Direktorat für den Tourismus eine Auszeichnung für Verdienste um den Fremdenverkehr. Den Preis nahm Sinan Karaağaçlı, der Leiter der Bausparte, entgegen, der mit den Worten zitiert wurde, dass man eine große Firma sei und die notwendigen Genehmigungen so oder so erhalten werde.
Die örtlichen Umweltschutzverbände verstehen die Welt nicht mehr.
Der Sprecher der Umweltorganisation "Umweltkrieger" Murat Çetinbaş sagte, dass ihm unverständlich sei, warum man einer Firma, die gegen fast alle denkbaren Umweltschutzauflagen und damit zusammen hängende gesetzliche Bestimmungen verstosse, die Möglichkeit einräume, ihre Aktivitäten zu legalisieren.
Der stellvertretende Vorsitzende der Jagd- und Naturschutzstiftung Süha Umar sagte, dass man zutiefst verletzt sei, da mit der Vorerlaubnis ein Unternehmen ausgezeichnet worden sei, bezüglich dessen man eigentlich mit einer Bestrafung gerechnet habe. Das in Pina Geschehende sei von einer weltweit gültigen Hässlichkeit.
Der Vorsitzende der Bodrumer Seehandelskammer Gündüz Nalbantoğlu sagte, dass ein Boot, welches eine Plastiktüte mit Müll im Meer ablade 5.000 YTl Strafe erhalte. Nun erlebe man einen Fall, in dem ein Unternehmen tausende Tonnen Aushub und Abraum einfach so im Meer versenke, richtiggehend witzige Geldstrafen erhalte, und mit einer Vorerlaubnis auch noch belohnt werde.
Alle Beteiligten scheinen, frei nach "Blood Diamond", eines Vergessen zu haben:
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